Manufaktur: Porzellan
Noritake
Nagoya (Japan), seit 1904
Japanische Exportporzellanfabrik bei Nagoya, 1904 gegründet; bemaltes Zier- und Tafelporzellan mit Marken „Nippon“ und später „Japan“.
Die Handelsfirma der Brüder Morimura, die seit dem späten 19. Jahrhundert japanische Waren in New York verkaufte, gründete 1904 im Dorf Noritake bei Nagoya die Porzellanfabrik Nippon Toki Gomei Kaisha. Ziel war Tafelporzellan nach europäischem Geschmack für den amerikanischen Markt. Die Fabrik übernahm Formen und Dekore aus Europa, brannte aber mit japanischen Malern und Rohstoffen. Noritake entwickelte sich zu einem der größten Porzellanhersteller der Welt und produziert weiterhin.
Im frühen 20. Jahrhundert entstanden Vasen, Dosen, Kannen und Teller mit Landschaften, Blumen und Goldrelief in dicht aufgetragenen Emailpunkten, sogenannter Moriage, dazu Tafelservice mit Goldrändern. In den 1920er-Jahren folgten Art-déco-Dekore mit Damen, Pierrots, Vögeln und Lüsterglasuren in Orange und Blau, die heute ein eigenes Sammelgebiet bilden. Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierten Tafelservice für den Export, die über amerikanische Soldaten auch nach Europa kamen.
Bis etwa 1921 verlangten amerikanische Zollvorschriften die Herkunftsangabe „Nippon“, danach „Japan“; dies ergibt eine grobe Datierung. Häufige Marken zeigen ein M in einem Kranz für Morimura oder den Schriftzug „Noritake“ mit Kranz und „Hand Painted“, dazu Dekornummern. Gefälschte Nippon-Marken auf jüngerer Ware sind bekannt; abweichende Farben der Marke, unsaubere Vergoldung und schwerer Scherben weisen darauf hin. Dekornummern lassen sich mit Sammlerverzeichnissen abgleichen.
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