Manufaktur: Porzellan
EPIAG
Karlsbad (Karlovy Vary) und weitere böhmische Standorte, 1918/1920–1945
Zusammenschluss böhmischer Porzellanfabriken nach dem Ersten Weltkrieg; Gebrauchsgeschirr der Zwischenkriegszeit mit EPIAG-Marke.
Nach dem Zerfall der Monarchie schlossen sich mehrere Porzellanfabriken im Karlsbader Raum zur Erste (böhmische) Porzellan-Industrie AG zusammen, abgekürzt EPIAG. Zu ihr gehörten Werke mit langer Tradition, darunter Pirkenhammer und Fabriken in Altrohlau und Dallwitz. Die Gesellschaft gehörte zu den größten Porzellanproduzenten der Tschechoslowakei und exportierte nach ganz Europa und Übersee. Nach 1945 wurde sie verstaatlicht und in neue Staatsbetriebe überführt.
Die EPIAG erzeugte vor allem Kaffee-, Tee- und Speiseservice für den Alltag, Hotelporzellan und Ziergeschirr. Typisch für die Zwischenkriegszeit sind Service mit Art-déco-Dekoren, farbigen Rändern, Goldlinien und stilisierten Blumen, daneben traditionelle Formen mit Streublumen und Kobalt. In österreichischen Haushalten sind EPIAG-Service aus den 1920er- und 1930er-Jahren häufig erhalten, oft unvollständig. Die Formen folgten dem internationalen Geschmack, vom Neorokoko bis zu kantigen Art-déco-Kannen. Die Dekore wurden in großen Serien per Umdruck oder Stempel aufgebracht und mit Handmalerei ergänzt.
Die Marken nennen „EPIAG“ mit Werksangabe wie „Altrohlau“, „Dallwitz“ oder „Pirkenhammer“ und dem Zusatz „Czechoslovakia“, teils mit Krone oder Wappen. Werk und Markenvariante erlauben eine zeitliche Eingrenzung zwischen 1918 und 1945. Nachkriegsware derselben Fabriken trägt andere Marken. Vollständige Art-déco-Service in gutem Zustand sind gefragter als Einzelteile und Restbestände. Häufige Mängel sind Goldabrieb, Haarrisse und abgeschlagene Ränder, die bei Gebrauchsgeschirr den Wert bestimmen.
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Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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