Manufaktur: Porzellan
Pirkenhammer
Pirkenhammer (Březová) bei Karlsbad, seit 1803
Böhmische Porzellanfabrik bei Karlsbad, 1803 gegründet; Biedermeier-Tassen mit Ansichten, später Tafelporzellan der Firma Fischer & Mieg.
Friedrich Höcke gründete 1803 in Pirkenhammer bei Karlsbad eine Porzellanfabrik, die bald an Johann Martin Fischer und Christoph Reichenbach überging. Unter dem Namen Fischer & Mieg wurde sie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer der führenden Porzellanfabriken Böhmens. Nach dem Ersten Weltkrieg ging sie in der EPIAG auf, nach 1945 in der verstaatlichten tschechoslowakischen Porzellanindustrie. Die Fertigung in Březová wurde bis ins 21. Jahrhundert fortgeführt.
Aus der Biedermeierzeit stammen Tassen, Teller und Vasen mit Ansichten von Kurorten, Blumen und Porträts, oft auf farbigem Fond mit reicher Vergoldung, sowie Lithophanien. Im späteren 19. Jahrhundert konzentrierte sich die Fabrik auf Tafel- und Kaffeeservice, Ziergeschirr und Figuren. Pirkenhammer-Ware stand in Konkurrenz zu Alt-Wien und wurde in Wien in großen Mengen verkauft. Kurortandenken aus Karlsbad gehören zu den häufigsten Stücken.
Frühe Stücke tragen die Buchstaben „F&R“ für Fischer & Reichenbach, spätere „F&M“ oder den Schriftzug „Pirkenhammer“, häufig mit gekreuzten Hämmern. Nach 1918 erscheinen EPIAG-Marken, nach 1945 tschechoslowakische Marken. Biedermeiertassen werden nach Malqualität, Vergoldung und Erhaltung beurteilt; spätere Übermalungen auf altem Weißporzellan sind eine bekannte Fehlerquelle bei der Zuschreibung. Lithophanien zeigen im Gegenlicht ein Bild, das durch unterschiedliche Wandstärken entsteht, und tragen oft eingeprägte Modellnummern. Abgeschlagene Ränder und Risse in der dünnen Platte sind häufige Schäden.
Entwerfer & Personen
- Friedrich Höcke
- Johann Martin Fischer
- Christoph Reichenbach
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
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