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Manufaktur: Porzellan

Sitzendorf

Sitzendorf (Thüringen), seit 1850

Thüringer Porzellanmanufaktur, 1850 gegründet; Figuren, Leuchter und Spiegel mit Blütenbelag im Stil Meißens, mit schwertähnlicher Marke.

Die Porzellanfabrik in Sitzendorf im Schwarzatal nahm um 1850 den Betrieb auf und spezialisierte sich unter der Familie Voigt auf figürliches Zierporzellan. Sie gehörte zu den zahlreichen Thüringer Betrieben, die im späten 19. Jahrhundert Rokoko-Nachschöpfungen für den Export herstellten. Nach 1945 wurde die Fabrik verstaatlicht und produzierte in der DDR weiter; seit den 1990er-Jahren arbeitet sie wieder als private Manufaktur.

Typisch sind Figuren und Gruppen in Rokokokostümen, Kavaliere und Damen, Musikanten, Putten, Tänzerinnen mit Porzellanspitze, außerdem Leuchter, Uhrgehäuse, Spiegelrahmen und Vasen mit plastisch aufgelegten Blüten und Blättern. Viele Modelle lehnen sich eng an Meissner Vorbilder des 18. Jahrhunderts an. Die Farbgebung ist kräftig, die Vergoldung reich, die Ausführung meist weniger fein als beim Vorbild. Die Fabrik lieferte über Großhändler in Dresden und Berlin.

Die Marken zeigen gekreuzte Striche, teils mit Krone oder Buchstaben, in Unterglasurblau, die bewusst an die Meissner Schwerter erinnern. Fehlen Formnummern und typische Meissner Prägezeichen, und wirkt die Malerei flüchtiger, handelt es sich in der Regel um Thüringer Ware. Bei Blütenbelag sind abgebrochene Blütenblätter fast die Regel; ihr Umfang bestimmt den Zustand und die Verkäuflichkeit. Spätere DDR-Ware trägt zusätzlich Exportangaben.

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