Manufaktur: Porzellan
Carl Thieme Potschappel
Potschappel (Freital) bei Dresden, seit 1872
Porzellanfabrik bei Dresden, 1872 von Carl Thieme gegründet; Prunkvasen, Figuren und Spiegel mit Blütenbelag im Dresdner Stil.
Carl Thieme betrieb zunächst eine Porzellanmalerei in Dresden und gründete 1872 in Potschappel, heute Freital, eine eigene Fabrik. Das Unternehmen produzierte Zierporzellan im Stil des Rokoko für das zahlungskräftige Bürgertum und den Export, vor allem nach England und Amerika. Unter dem Sammelbegriff Dresdner Porzellan wurde die Ware international vermarktet. Nach 1945 wurde die Fabrik verstaatlicht und produziert bis heute. Die Malerei blieb ein Schwerpunkt des Betriebs.
Bekannt sind große Prunkvasen und Deckelvasen mit plastischen Blüten, Putten und Bildfeldern, dazu Kandelaber, Spiegelrahmen, Uhrgehäuse und Tafelaufsätze. Figuren und Gruppen zeigen höfische Szenen, Musikanten und Liebespaare. Malerei mit Watteau-Szenen, Blumen und Goldornamenten auf farbigen Fonds bedeckt oft die gesamte Oberfläche. Die Arbeiten sind aufwendig und dekorativ, im Detail aber weniger fein ausgeformt als Meissner Porzellan. Viele Stücke tragen Bildfelder nach Gemälden des Rokoko.
Die Marke zeigt ein T mit einem Kreuz darüber in Unterglasurblau, häufig mit dem Schriftzug „Dresden“ oder „Potschappel“. Gerade der Zusatz „Dresden“ führt dazu, dass Stücke als Meissen angeboten werden. Für die Zustandsbeurteilung zählen Vollständigkeit der Blüten und Putten, abgebrochene Finger und Restaurierungen, die bei großen Vasen häufig sind. Unpassende Deckel und spätere Montierungen sind zu prüfen. Ältere Marken sind sorgfältiger gemalt.
Entwerfer & Personen
- Carl Thieme
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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