Manufaktur: Porzellan
Nymphenburg
München, seit 1747
Bayerische Manufaktur, 1747 gegründet, seit 1761 am Nymphenburger Schlossrondell; Commedia-dell'arte-Figuren von Franz Anton Bustelli.
Kurfürst Max III. Joseph ließ 1747 in Neudeck ob der Au eine Porzellanfabrik einrichten, die 1761 in ein Gebäude am Rondell des Nymphenburger Schlosses umzog. Dort arbeitet sie bis heute in Handfertigung. Im frühen 19. Jahrhundert übernahm Nymphenburg Formen der aufgelassenen Manufaktur Frankenthal. Sie führt heute den Namen Porzellan Manufaktur Nymphenburg und arbeitet weiterhin am Schlossrondell. Neben historischen Modellen fertigt sie Arbeiten zeitgenössischer Künstler und Designer.
Franz Anton Bustelli, Modellmeister von 1754 bis 1763, schuf die Figuren der Commedia dell'arte mit ihren bewegten Rokokoposen und sparsamen Farbfassungen. Dominikus Auliczek folgte ihm als Modellmeister. Im 19. Jahrhundert entstanden Service mit Ansichten und Bildkopien nach Werken der Münchner Pinakotheken. Um 1900 kamen Tierfiguren und Jugendstilformen hinzu. Viele Bustelli-Modelle werden in Nymphenburg bis heute nach den alten Formen ausgeformt.
Hauptmarke ist der eingeprägte bayerische Rautenschild, je nach Zeit in unterschiedlicher Größe und Form, gelegentlich ergänzt durch Unterglasurzeichen. Weil historische Modelle bis heute nachgeformt werden, entscheidet die Datierung über die Einordnung: Prägung, Masse, Glasur und Farbfassung unterscheiden Rokoko-Ausformungen von Abgüssen des 19. und 20. Jahrhunderts. Frankenthal-Modelle aus Nymphenburger Produktion tragen den Rautenschild. Bustelli-Figuren des 18. Jahrhunderts sind selten und fast nur in Museen und alten Sammlungen erhalten; im Handel begegnen überwiegend spätere Ausformungen.
Entwerfer & Personen
- Franz Anton Bustelli
- Dominikus Auliczek
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
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