Manufaktur: Porzellan
Wiener Porzellanmanufaktur Augarten
Wien, Augarten, seit 1923
1923 im Schloss Augarten gegründete Manufaktur; setzt die Wiener Porzellantradition fort, mit Bindenschild-Marke, Wiener Rose und Lipizzanerfiguren.
Knapp sechzig Jahre nach der Schließung der kaiserlichen Manufaktur gründete sich 1923 im Schloss Augarten in der Leopoldstadt eine neue Wiener Porzellanmanufaktur. Sie übernahm den Bindenschild als Marke und knüpfte an Formen und Dekore des 18. und 19. Jahrhunderts an. Zugleich arbeitete sie mit Künstlern der Wiener Moderne zusammen. Gedreht, gegossen und bemalt wird bis heute von Hand im Augarten, wo auch ein Porzellanmuseum besteht.
Zum klassischen Programm gehören Service mit dem Dekor Wiener Rose, das grüne Streublumendekor Maria Theresia und Formen nach Vorbildern der Sorgenthal- und Biedermeierzeit. Josef Hoffmann entwarf um 1929 das Service Melone, Ena Rottenberg 1930 das Tee- und Kaffeeservice Ena; Ida Schwetz-Lehmann zählte zu den wichtigsten Figurenentwerferinnen. Figuren zeigen Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule, Wiener Typen, Tänzerinnen und Tiere. Daneben entstehen Neuauflagen historischer Modelle. Kleinplastiken von Tieren und Kindern ergänzen das Programm.
Die Marke zeigt den unterglasurblauen Bindenschild mit Krone, ergänzt um den Schriftzug „Wien“ und „Augarten“, dazu Maler- und Modellnummern. Durch die Krone und den Schriftzug unterscheidet sie sich vom Bindenschild der alten Manufaktur, der keine Krone trägt. Zweite Wahl ist durch einen Schleifstrich durch die Marke gekennzeichnet. Bei Figuren sind abgebrochene Ohren, Zügel oder Finger und nachträgliche Klebestellen die häufigsten Mängel.
Entwerfer & Personen
Wiener Porzellanmanufaktur Augarten verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
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