Manufaktur: Porzellan
Haviland
Limoges, seit 1842
Von dem Amerikaner David Haviland gegründeter Limoger Porzellanbetrieb; Tafelservice für den Export und Entwürfe von Félix Bracquemond.
Der New Yorker Porzellanimporteur David Haviland ließ sich 1842 in Limoges nieder, um weißes Porzellan nach amerikanischem Geschmack bemalen zu lassen. Ab 1864 produzierte die Firma Haviland & Co. in einer eigenen Fabrik und wurde zu einem der größten Hersteller der Stadt. Sein Sohn Theodore Haviland gründete 1892 einen eigenen Betrieb. Ein Großteil der Produktion ging in die Vereinigten Staaten, wo Haviland-Service in vielen Haushalten standen.
Neben Tafelservice in Hunderten Dekoren, meist mit Blumen, Goldrändern und zarten Kanten, schuf Haviland künstlerische Arbeiten. Félix Bracquemond leitete ab 1872 ein Atelier des Unternehmens in Auteuil, das Fayencen und Porzellan mit japanisch inspirierten Dekoren entwickelte. Um 1900 und in den 1920er-Jahren arbeiteten weitere Künstler für die Firma, etwa für Service mit Art-déco-Dekoren und Tierskulpturen in Biskuit. Die Muster wurden in Katalogen mit Nummern geführt.
Die Marken unterscheiden zwischen weißem Porzellan und Dekor: Eine grüne Unterglasurmarke „H & Co.“ kennzeichnet den Scherben, eine rote oder andersfarbige Aufglasurmarke mit „Haviland & Co. Limoges“ die Bemalung. Theodore Haviland verwendete eigene Marken mit seinem Namen. Durch die zahlreichen Varianten lassen sich Stücke grob datieren. Aufglasurdekore sind empfindlich; Abrieb an Goldrändern ist häufig. Amerikanische Sammler haben die Dekore in eigenen Verzeichnissen nummeriert, die bei der Bestimmung helfen.
Entwerfer & Personen
- David Haviland
- Theodore Haviland
- Félix Bracquemond
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
- Meissenseit 1710
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