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Material: Punzen & Marken

Bindenschild-Marke

Marke der Wiener Porzellanmanufaktur ab 1744: der österreichische Bindenschild, erst eingeprägt, dann unterglasurblau gemalt.

Mit der Übernahme durch den Staat 1744 erhielt die Wiener Porzellanmanufaktur eine Marke: den österreichischen Bindenschild, einen Schild mit waagrechtem Balken. Er wurde zunächst eingeprägt, dann in Kobaltblau unter die Glasur gemalt. Bis zur Schließung 1864 blieb er das Zeichen der Manufaktur, ab 1784 ergänzt durch eingeprägte Jahreszahlen. Die Wiener Porzellanmanufaktur Augarten übernahm 1923 den Bindenschild und setzte eine Krone darüber.

Ein echter Unterglasurbindenschild liegt unter der Glasur, ist leicht verlaufen und lässt sich mit dem Fingernagel nicht ertasten. Aufglasurmarken sitzen spürbar auf der Glasur, wirken oft zu exakt und sind häufig von Goldrändern oder Dekornummern begleitet. Bei Stücken im Stil der Sorgenthal-Zeit oder des Biedermeier gehören eingeprägte Jahreszahlen und Dreherzeichen dazu; fehlen sie, ist Vorsicht geboten. Die Farbe reicht von hellem bis zu tiefem Kobaltblau.

Kaum ein Porzellanzeichen wurde öfter nachgeahmt. Thüringer und böhmische Fabriken sowie Dekorateure des späten 19. Jahrhunderts setzten Bindenschilde auf die Glasur, oft auf Bildteller mit Szenen nach Angelika Kauffmann. Im Handel heißen sie irreführend Bienenkorbmarke. Solche Stücke haben einen eigenen, deutlich kleineren Markt.

So prüfen Sie es

  • Schild unter der Glasur, nicht ertastbar
  • eingeprägte Jahreszahlen ab 1784
  • Dreher- und Malerzeichen
  • Krone nur bei Augarten
  • aufgemalte „Bienenkorb“-Marke als Nachahmung

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.