Europa & Wien, Wien
Wiener-Werkstätte-Teppiche
Teppiche nach Entwürfen der Wiener Werkstätte (1903 bis 1932) mit geometrischen Rastern und stilisierten Blüten, ausgeführt von Wiener Textilfirmen.
Die Wiener Werkstätte wurde 1903 von Josef Hoffmann, Koloman Moser und dem Industriellen Fritz Waerndorfer gegründet und bestand bis 1932. Sie entwarf Einrichtungen als Gesamtkunstwerk, zu denen auch Teppiche gehörten, etwa für das Palais Stoclet in Brüssel und das Sanatorium Purkersdorf. Ausgeführt wurden die Teppiche meist nicht in eigenen Werkstätten, sondern von Firmen wie Johann Backhausen & Söhne.
Wiener-Werkstätte-Teppiche zeigen die Formensprache der Gruppe: Schachbrettraster, Quadrate in Reihen, schwarz-weiße Kontraste, Kreise und stilisierte Blüten, später unter Dagobert Peche bewegtere Ornamente. Entwerfer waren neben Hoffmann und Moser unter anderem Otto Prutscher, Carl Otto Czeschka und Dagobert Peche. Die Teppiche sind meist maschinell gewebt, teils als Florgewebe, teils geknüpft, mit einer Kette aus Baumwolle oder Jute und einem Wollflor.
Teppiche der Wiener Werkstätte sind selten und gesucht. Entscheidend ist der Nachweis: Ein Entwurf muss sich über das Archiv der Wiener Werkstätte im MAK, Musterbücher der ausführenden Firma oder Vergleichsstücke belegen lassen. Viele Teppiche im Stil der Wiener Moderne stammen aus späterer Zeit oder sind Neuauflagen. Häufige Mängel sind abgelaufener Flor, Mottenfraß, ausgeblichenes Schwarz und gekürzte Formate. Auch Fragmente können von Interesse sein.
Woran man es erkennt
- Schachbrettraster und Quadrate
- Schwarz-weiße Kontraste
- Entwürfe von Hoffmann, Moser, Peche und Czeschka
- Ausführung durch Wiener Textilfirmen
- Nachweis über WW-Archiv und Musterbücher
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