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Persien – Dorf & Region, Provinz Ardebil, Iran

Ardebil

Stadt im Nordwesten Irans, Namensgeberin des Ardebil-Teppichs von 1539/40; die heutigen Ardebil zeigen kaukasisch geprägte Muster.

Ardebil liegt in der gleichnamigen Provinz nahe dem Kaspischen Meer. Für das Grabheiligtum des Scheich Safi ad-Din, Ahnherrn der Safawiden, entstand der sogenannte Ardebil-Teppich, datiert 946 der Hidschra (1539/40) und signiert von Maqsud Kaschani; ein Exemplar besitzt das Victoria and Albert Museum in London, ein zweites das Los Angeles County Museum of Art. Mit diesem Teppich teilt die heutige Ardebil-Produktion nur den Ortsnamen.

Ardebil-Teppiche des 20. Jahrhunderts übernehmen Muster der benachbarten Kaukasus-Regionen: Hakenmedaillons, Sternformen, Boteh und geometrische Bordüren. Geknüpft wird symmetrisch auf Baumwollkette mit etwa 100.000 bis 250.000 Knoten/m², der Flor ist kurz bis mittelhoch. Die Farben sind Rot, Dunkelblau, Elfenbein, Grün und Gelb, oft auf hellem Grund. Häufige Formate sind Läufer, Galerien und Brücken. Die Kanten sind meist mit Wolle umwickelt, die Enden zeigen einen schmalen Kelimstreifen vor den Fransen.

Die meisten Ardebil im Handel sind nach 1950 entstanden und wurden als Gebrauchsteppiche gekauft. Wer sie von kaukasischen Originalen unterscheiden will, prüft die Kette: Ardebil haben Baumwolle, alte Kaukasier meist Wolle. Häufige Mängel sind ausgeblutete Farben auf hellem Grund und abgelaufene Mittelachsen bei Läufern. Gleichmäßige Knüpfung, kräftige Farben ohne Ausbluten und erhaltene Enden bestimmen die Beurteilung.

Woran man es erkennt

  • Kaukasisch geprägte Hakenmedaillons
  • Baumwollkette, symmetrischer Knoten
  • Heller Grund mit Rot und Blau
  • Häufig Läufer und Galerien
  • Kurzer bis mittelhoher Flor

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