Wandteppiche und Wandbehänge
Gewirkte Tapisserien, Verdüren und textile Wandbehänge vom 16. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert.
Wandteppiche wurden gewirkt, nicht geknüpft: Auf dem Hoch- oder Flachwebstuhl entsteht das Bild Schuss für Schuss nach einer Vorlage, dem Karton. Flandern und Frankreich mit den Manufakturen von Brüssel, Aubusson und der Pariser Gobelins prägten diese Kunst vom 16. bis 18. Jahrhundert; Verdüren zeigen Landschaften mit Bäumen und Blattwerk, andere Wandteppiche mythologische oder biblische Szenen. Im 20. Jahrhundert arbeitete in Wien die Wiener Gobelin-Manufaktur nach Entwürfen österreichischer Künstler. Dazu kommen gestickte und bedruckte Wandbehänge.
Ins Gewicht fallen Alter, Herkunft, Motiv, Qualität und Zustand. Antike Tapisserien haben häufig Fehlstellen, verblasste Seiden, Neuwirkungen und gekürzte Bordüren; das ist bei diesem Alter üblich, muss aber erfasst werden. Maschinengewebte Gobelins der Nachkriegszeit mit Jacquardtechnik ähneln gewirkten Stücken, haben aber geringen Wert. Manufakturzeichen und Signaturen stehen in der Bordüre. Für die Restaurierung von Wandteppichen ist ein spezialisierter Fachbetrieb nötig.
Woran man es erkennt
- Gewirkt auf Hoch- oder Flachwebstuhl
- Verdüren und Figurenszenen
- Brüssel, Aubusson, Gobelins
- Wiener Gobelin-Manufaktur
- Abgrenzung zu Jacquard-Gobelins
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