Turkmenen & Zentralasien, Xinjiang, China (Ostturkestan)
Khotan
Oasenstadt am Südrand der Taklamakan; Khotan-Teppiche zeigen Granatapfelbäume in Vasen, drei Medaillons und chinesisch geprägte Bordüren.
Khotan liegt in der heutigen chinesischen Region Xinjiang am Südrand der Wüste Taklamakan und war eine Station der südlichen Seidenstraße. Die Oasen Ostturkestans, neben Khotan auch Kaschgar und Yarkand, knüpften im 18. und 19. Jahrhundert Teppiche, die persische, zentralasiatische und chinesische Formen verbinden. Im westlichen Handel liefen viele dieser Stücke unter dem Namen Samarkand, obwohl sie dort nicht entstanden.
Khotan-Teppiche haben eine Baumwollkette, einen Woll- oder Baumwollschuss und einen weichen, mittelhohen Flor mit dem asymmetrischen Knoten, bei etwa 60.000 bis 150.000 Knoten/m². Typische Muster sind Granatapfelbäume, die aus Vasen wachsen, drei runde Medaillons in Reihe, Gittermuster und Mäanderbordüren nach chinesischem Vorbild. Die Farben sind Gelb, Apricot, Blau, Rot und Elfenbein. Viele Stücke sind lang und schmal, etwa doppelt so lang wie breit.
Khotan des 19. Jahrhunderts mit Pflanzenfarben sind gefragt, besonders mit kräftigem Gelb und erhaltenem Flor. Weil die Wolle weich ist, laufen die Teppiche schnell ab; abgelaufene Mitten, Löcher und Kantenverluste sind häufig. Gelb und Apricot verblassen im Licht. Im 20. Jahrhundert wurden Khotan-Muster in Xinjiang und anderen Teilen Chinas weitergeknüpft, oft mit synthetischen Farben und gleichmäßigerem Flor.
Woran man es erkennt
- Granatapfelbäume aus Vasen
- Drei runde Medaillons in Reihe
- Mäanderbordüren nach chinesischem Vorbild
- Gelb, Apricot und Blau
- Baumwollkette, weicher Flor
- Lange, schmale Formate
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