Abadeh liegt in der Provinz Fars an der Straße zwischen Isfahan und Shiraz. Sesshaft gewordene Gruppen der Kaschkai knüpften hier im 20. Jahrhundert Teppiche, die nomadische Formen mit einer gleichmäßigen, werkstattnahen Ausführung verbinden. Ab etwa 1950 wuchs die Produktion für den Export. Abadeh-Teppiche gehören damit zur Gruppe der Fars-Teppiche, unterscheiden sich aber durch Baumwollkette und strenge Ordnung.
Kennzeichnend ist ein zentrales, gestuftes Rautenmedaillon mit kleinen Endmotiven auf rotem oder elfenbeinfarbenem Grund, umgeben von kleinen Tier- und Blütenmotiven. Verbreitet ist auch das Zil-e-Soltan-Muster mit Vasen und Blumen in Reihen. Die Dichte liegt etwa zwischen 150.000 und 300.000 Knoten/m², der Flor ist mittelhoch und fest. Kette und Schuss sind aus Baumwolle; üblich sind Brücken und kleine Zimmerformate.
Abadeh-Teppiche sind überwiegend nach 1950 entstanden und gelten als strapazierfähig. Häufige Mängel bei gebrauchten Stücken sind verblasste Rottöne an Fensterseiten, eine abgelaufene Mitte und lose Kantenumwicklung. Für die Beurteilung zählen Klarheit der Zeichnung, gleichmäßige Knüpfung und das Fehlen von Flecken auf hellem Grund. Ältere Stücke mit Wollkette stehen der Kaschkai-Tradition näher.
Woran man es erkennt
- Gestuftes Rautenmedaillon mit Endmotiven
- Zil-e-Soltan-Vasen in Reihen
- Kleine Tier- und Blütenmotive
- Baumwollkette, fester Flor
- Brücken und kleine Zimmerformate
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