Manufaktur: Textil
Philipp Haas & Söhne
Wien, ab 1810 bis ins 20. Jahrhundert
Wiener Teppich- und Möbelstoffweberei, 1810 in Gumpendorf gegründet; ihr Geschäftshaus am Stephansplatz gab dem Haas-Haus den Namen.
Philipp Haas eröffnete 1810 in der Vorstadt Gumpendorf eine Weberei, die er mit seinen Söhnen zu einem der größten Textilunternehmen der Monarchie ausbaute, mit Fabriken in Niederösterreich und Böhmen. Die Firma erzeugte Teppiche, Möbelstoffe, Vorhänge und Seidenstoffe für Hof, Adel und Bürgertum. 1866 bis 1868 ließ sie am Stock-im-Eisen-Platz ein Geschäftshaus nach Plänen von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll errichten. An seiner Stelle steht seit 1990 das Haas-Haus von Hans Hollein.
Philipp Haas & Söhne webte maschinell gefertigte Teppiche in orientalisierenden und historistischen Mustern, Läufer, Möbelbezüge in Damast und Samt, Gobelinstoffe und Vorhänge. Die Firma stattete Ringstraßenbauten, Theater, Hotels und Eisenbahnwaggons aus. Auf Weltausstellungen zeigte sie Teppiche in großen Formaten. Viele Wiener Wohnungen besaßen Haas-Teppiche, die im Handel oft als Orientteppiche angeboten werden, obwohl sie maschinell gewebt sind. Für Kirchen entstanden Altarteppiche.
Teppiche tragen mitunter eingewebte Firmennamen oder Etiketten an der Rückseite; Möbelstoffe sind an Webkanten und Musternummern zu erkennen. Maschinengewebte Teppiche zeigen auf der Rückseite ein gleichmäßiges Raster ohne die Unregelmäßigkeiten handgeknüpfter Ware, die Fransen sind oft angenäht statt aus der Kette gebildet. Für die Bestimmung, Reinigung und Reparatur von Teppichen arbeiten wir mit Orientteppich Koppensteiner in der Währinger Straße zusammen.
Entwerfer & Personen
Philipp Haas & Söhne verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Ebenfalls: Textil
- Ginzkeyab 1843 bis 1945
- Wiener Gobelin-Manufaktur20. Jahrhundert
- Joh. Backhausen & Söhneseit 1849
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