Turkmenen & Zentralasien, Usbekistan (Handelsname für Ostturkestan)
Samarkand
Usbekische Stadt und alter Handelsname für Teppiche aus Ostturkestan, die über Westturkestan nach Russland und Europa gehandelt wurden.
Samarkand liegt im heutigen Usbekistan und war im späten 14. Jahrhundert Hauptstadt des Reiches Timurs. Im 19. Jahrhundert gelangten Teppiche aus den Oasen Ostturkestans, besonders aus Khotan, Kaschgar und Yarkand, über die Märkte Westturkestans nach Russland und Europa. Der europäische Handel benannte sie nach dem bekannteren Umschlagort Samarkand, obwohl sie nicht dort entstanden.
Ein als Samarkand angebotener Teppich ist daher in der Regel ein ostturkestanisches Stück mit den Merkmalen der Khotan-Gruppe: Baumwollkette, weicher Wollflor, asymmetrischer Knoten und Muster wie drei Medaillons, Granatapfelvasen oder Gitter. Die Farben sind warm, mit Gelb, Apricot, Rot und Blau. Neben Teppichen in Langformaten gibt es Satteldecken. Um 1900 verwendete der Handel den Namen auch allgemein für chinesisch beeinflusste Stücke.
Für die Beurteilung ist zu klären, welche Oase und welche Zeit ein Samarkand-Teppich vertritt; der Handelsname selbst hilft dabei nicht. Antike Stücke mit Pflanzenfarben zeigen häufig abgelaufenen Flor, Löcher, Kantenverluste und verblasstes Gelb. Seidene Stücke aus dem 20. Jahrhundert und Nachknüpfungen aus China führen den Namen ebenfalls. Gesicherte Altstücke aus dem 19. Jahrhundert finden Interesse bei Sammlern zentralasiatischer Teppiche.
Woran man es erkennt
- Handelsname für ostturkestanische Teppiche
- Drei Medaillons oder Granatapfelvasen
- Baumwollkette, weicher Flor
- Warme Farben mit Gelb und Apricot
- Langformate
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