Technik & Formate, Europa und Asien
Maschinen- und Tuftteppiche
Maschinell gewebte und getuftete Teppiche, an regelmäßiger Rückseite, aufgenähten Fransen oder verklebtem Rückengewebe von Handknüpfungen zu unterscheiden.
Maschinell gewebte Florteppiche entstehen seit dem 18. Jahrhundert in Europa; bekannte Verfahren tragen die Namen der englischen Orte Wilton und Axminster. Mit dem Jacquard-Webstuhl ließen sich ab dem 19. Jahrhundert auch mehrfarbige Muster weben, darunter Nachahmungen orientalischer Teppiche. Tuftteppiche wurden ab der Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet: Garn wird mit einer Nadel oder Pistole in ein Trägergewebe geschossen und mit Latex fixiert.
Maschinenteppiche haben eine sehr regelmäßige Rückseite, auf der das Muster weniger scharf erscheint als auf der Vorderseite; die Florbüschel sind eingewebt, nicht geknüpft. Fransen sind oft aufgenäht statt aus der Kette gebildet, die Kanten maschinell umsäumt. Tuftteppiche erkennt man an einem Rückengewebe, das auf die Unterseite geklebt ist, und an fehlenden Knoten. Handgetuftete Stücke stammen häufig aus Indien und China, maschinell getuftete aus Fabriken in Europa und Asien.
Maschinen- und Tuftteppiche haben in der Regel keinen Sammlerwert; Ausnahmen sind historische Stücke bedeutender Hersteller, etwa nach Entwürfen der Wiener Moderne von Backhausen oder Haas. Der Latexkleber von Tuftteppichen versprödet nach einigen Jahren, bröselt und löst das Rückengewebe ab. Eine Wäsche wie bei handgeknüpften Teppichen ist oft nicht möglich. Für den Ankauf ist die Unterscheidung von Handknüpfungen der erste Prüfschritt.
Woran man es erkennt
- Sehr regelmäßige Rückseite
- Aufgenähte Fransen
- Verklebtes Rückengewebe bei Tuftteppichen
- Keine Knoten sichtbar
- Bröselnder Latexkleber bei älteren Tuftteppichen
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