Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Europa & Wien, Republik Moldau und Ukraine

Bessarabien

Historische Region zwischen Pruth und Dnister; bekannt für Kelims und Florteppiche mit Rosenbouquets auf dunklem Grund.

Bessarabien bezeichnet das Gebiet zwischen Pruth und Dnister, das 1812 an Russland fiel und heute überwiegend zur Republik Moldau und zur Ukraine gehört. Im 18. und 19. Jahrhundert webten hier Gutshöfe, Klöster und Dörfer Kelims und knüpften Florteppiche, die französische und russische Vorbilder aufnahmen. Im Handel stehen bessarabische Stücke neben ukrainischen und rumänischen Arbeiten derselben Zeit, deren Abgrenzung nicht immer gelingt.

Bessarabische Kelims sind in Schlitzwirkerei aus Wolle gewebt, oft mit sehr dichter Schussführung. Typisch sind große Rosen, Blütenbouquets, Girlanden und Medaillons nach dem Vorbild französischer Aubusson-Teppiche, auf schwarzem, dunkelbraunem oder olivgrünem Grund, in Rot, Rosa, Gelb und Grün. Häufig wirken die Blüten fast naturalistisch, mit Schattierungen in mehreren Tönen. Florteppiche derselben Region zeigen ähnliche Muster mit langem Flor; gewebt wurden Läufer ebenso wie Saalformate.

Bessarabische Kelims des 19. Jahrhunderts sind bei Einrichtern und Sammlern gefragt. Schäden zeigen sich vor allem als Löcher, aufgerissene Schlitze, Mottenfraß und ausgeblichene Partien; der schwarze Grund ist häufig korrodiert, weil die eisenhaltige Färbung die Wolle angreift. Viele Stücke sind restauriert. Neuere Nachwebungen aus Moldau und Rumänien ahmen den Stil nach; sie zeigen gleichmäßige Wolle und synthetische Farben.

Woran man es erkennt

  • Große Rosen und Blütenbouquets
  • Schwarzer oder dunkelbrauner Grund
  • Kelim in Schlitzwirkerei oder Florteppich
  • Französisch beeinflusste Muster
  • Korrosion im schwarzen Grund

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.