Anatolien, Provinz Kırşehir, Zentralanatolien
Mudjur
Ort in Zentralanatolien; Mudjur-Gebetsteppiche haben eine gestufte Nische und eine Bordüre aus kachelartig gereihten Feldern in kräftigen Farben.
Mudjur liegt in der Provinz Kırşehir in Zentralanatolien. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden hier Gebetsteppiche, die im europäischen Handel um 1900 bekannt wurden und in vielen Sammlungen vertreten sind. Die Region liegt zwischen den Knüpfgebieten von Kırşehir und Kayseri, deren Stücke ähnliche Farbstellungen zeigen. Im Handel unterscheidet man Mudjur vor allem über die typische Bordüre.
Mudjur-Teppiche haben Kette und Schuss aus Wolle und einen mittelhohen Flor mit dem symmetrischen Knoten bei etwa 60.000 bis 130.000 Knoten/m². Kennzeichnend ist eine gestufte Gebetsnische, häufig in Rot, mit einem kleinen Lebensbaum oder einer Lampe im Feld. Die Hauptbordüre besteht aus einer Reihe gleich großer, rechteckiger Felder mit kleinen Rauten, die wie Kacheln wirken. Die Farben sind kräftig: Rot, Gelb, Grün, Hellblau und Aubergine.
Antike Mudjur mit Pflanzenfarben und klarer Kachelbordüre sind gefragt. Typische Schäden sind abgelaufener Flor, Mottenfraß, korrodierte Brauntöne und verkürzte Enden. Weil Muster und Farbstellung leicht wiederzuerkennen sind, wurden sie im 20. Jahrhundert nachgeknüpft; jüngere Stücke haben gleichmäßigere Farben und eine regelmäßigere Knüpfung. Ein vollständiges Format mit erhaltenen Kelimenden ist entscheidend.
Woran man es erkennt
- Gestufte Gebetsnische
- Kachelbordüre aus rechteckigen Feldern
- Kräftiges Rot, Gelb, Grün und Aubergine
- Wollfundament, symmetrischer Knoten
- Kleiner Lebensbaum oder Lampe im Feld
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