Muster & Motive, Persien und Kurdistan
Gartenmuster
Muster, das einen persischen Garten mit Wasserläufen, Beeten und Bäumen darstellt; vom Tschahar Bagh der Safawidenzeit bis zum Feldermuster der Bachtiaren.
Der persische Garten, Tschahar Bagh, ist durch zwei sich kreuzende Wasserläufe in vier Teile gegliedert. Seit dem 17. Jahrhundert übertrugen persische Knüpfer diese Anlage auf den Teppich. Ein bekanntes Beispiel ist der Wagner-Gartenteppich aus dem 17. Jahrhundert in der Burrell Collection in Glasgow, der Kanäle mit Fischen, Beete, Bäume und Vögel zeigt. Spätere Gartenteppiche entstanden in Kurdistan und in Nordwestpersien.
Gartenteppiche gliedern das Feld in rechteckige oder quadratische Felder, die Beete darstellen, getrennt durch Bänder für Wasserläufe; häufig sind Fische, Bäume, Blüten und Vögel eingeknüpft. Eine verwandte Form ist das Feldermuster, persisch Kheschti, bei dem jede Kassette eine Pflanze oder Vase enthält, verbreitet in Bachtiar. Daneben gibt es Gartenmuster in Ghom, Moud und Isfahan, meist mit kleineren Kassetten und feinerer Zeichnung.
Klassische Gartenteppiche des 17. und 18. Jahrhunderts sind Museumsstücke. Im Handel begegnen vor allem Bachtiar mit Feldermuster, kurdische Gartenteppiche des 19. Jahrhunderts und Werkstattstücke aus Ghom und Isfahan. Für die Bewertung zählen Zeichnung, Farbe und Zustand. Abgelaufene Felder und Flicken stören bei Gartenmustern deutlich, weil die regelmäßige Felderung jede Unterbrechung sichtbar macht.
Woran man es erkennt
- Feld in Beete und Wasserläufe gegliedert
- Fische, Bäume, Blüten und Vögel
- Feldermuster (Kheschti) als verwandte Form
- Wagner-Gartenteppich als bekanntes Beispiel
- Bachtiar, Ghom und Moud im Handel
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