Persien – Stadt & Manufaktur, Provinz Isfahan, Iran
Kaschan
Zentraliranische Stadt mit Seidenweberei seit der Safawidenzeit; um 1900 entstanden hier die Mohtasham- und die Manchester-Kaschan.
Kaschan liegt zwischen Teheran und Isfahan und war im 16. und 17. Jahrhundert ein Zentrum der Seidenweberei; der seidene Jagdteppich im MAK in Wien wird meist Kaschan um die Mitte des 16. Jahrhunderts zugeschrieben. Nach langer Pause setzte die Knüpferei gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder ein. Mit dem Meister Hadji Mollah Mohammad Hassan Mohtasham verbindet man die feinen Stücke der Jahre um 1890 bis 1910.
Klassische Kaschan-Teppiche haben eine Baumwollkette, einen dicht geknüpften Wollflor mit asymmetrischem Knoten und ein Zentralmedaillon auf rotem oder dunkelblauem Grund. Die Knotendichte liegt meist zwischen 250.000 und 600.000 Knoten/m². Für die sogenannten Manchester-Kaschan der Zeit um 1900 bis 1930 verarbeitete man importierte, besonders weiche Merinowolle aus englischen Spinnereien. Daneben entstanden Seidenteppiche und Souf-Stücke, bei denen das Muster als Flor über einem flach gewebten Grund steht.
Antike Kaschan erkennt man auf der Rückseite an der gleichmäßigen, feinen Knüpfung und an gedämpftem Rot; neue Stücke zeigen oft hartes, synthetisch gefärbtes Rot. Häufige Schäden sind abgelaufene Mittelfelder, Kantenverluste und Mottenfraß unter Möbeln. Seidene Kaschan reagieren empfindlich auf Wasser und Sonnenlicht. Original erhaltene Bordüren und Fransen sowie eine belegbare Entstehung in der Mohtasham-Zeit heben ein Stück deutlich heraus.
Woran man es erkennt
- Zentralmedaillon mit Eckzwickeln auf Rot oder Dunkelblau
- Baumwollkette, asymmetrischer Knoten
- Dichte, kurz geschorene Wolle
- Manchester-Kaschan: auffallend weiche, glänzende Merinowolle
- Souf-Technik: Florrelief auf flach gewebtem Grund
- Gedämpftes Krapprot bei antiken Stücken
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