Technik & Formate, Anatolien, Kaukasus, Persien
Dschidschim
Flachgewebe mit Zusatzschüssen, die als kleine Muster auf einem glatten Grund liegen; vor allem aus Anatolien, oft aus schmalen Bahnen vernäht.
Dschidschim, türkisch Cicim, bezeichnet Flachgewebe, bei denen das Muster durch zusätzliche Schussfäden auf einem einfachen Grundgewebe entsteht. Die Technik ist in Anatolien, im Kaukasus und in Persien verbreitet; im türkischen Fachgebrauch grenzt man Cicim von Kelim, Zili und Sumak ab. Viele Stücke wurden auf schmalen Webstühlen in Bahnen gewebt und anschließend zusammengenäht, als Decken, Zeltbehänge oder Taschen.
Der Grund ist in Leinwandbindung gewebt, meist aus Wolle oder Ziegenhaar, oft in einer Farbe. Darauf liegen Zusatzschüsse, die über mehrere Kettfäden flottieren und kleine, isolierte Motive bilden: Rauten, Sterne, Haken, S-Formen. Zwischen den Motiven bleibt der Grund sichtbar, was den Dschidschim vom flächendeckenden Zili unterscheidet. Auf der Rückseite hängen die Musterfäden lose oder liegen als lange Flottungen. Häufige Farben sind Rot, Dunkelblau, Weiß und Gelb.
Dschidschim-Arbeiten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind bei Sammlern anatolischer Flachgewebe gefragt, besonders vollständige Stücke mit erhaltenen Bahnen. Die flottierenden Musterschüsse reißen leicht ab und werden von Motten befallen, die Nähte zwischen den Bahnen lösen sich. Häufig sind Löcher, fehlende Enden und verblasste Partien. Ein Blick auf die Rückseite klärt die Technik: Lange Flottungen weisen auf Dschidschim.
Woran man es erkennt
- Zusatzschüsse auf glattem Grund
- Kleine, isolierte Motive
- Grund zwischen den Motiven sichtbar
- Oft aus schmalen Bahnen vernäht
- Flottungen auf der Rückseite
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