Kaukasus, Grenzgebiet Aserbaidschan, Armenien, Georgien
Kasak
Region im Südwesten des Kaukasus; Kasak-Teppiche haben langen Flor, Wollfundament und große, kräftig gefärbte geometrische Motive.
Kasak (Qazax) ist ein Bezirk im Nordwesten der Republik Aserbaidschan; im Teppichhandel umfasst der Name ein größeres Gebiet bis nach Armenien und Georgien. Die Teppiche entstanden in armenischen, aserbaidschanischen und georgischen Dörfern, überwiegend zwischen etwa 1850 und 1920. Die Einteilung in Untergruppen wie Fachralo, Lori-Pambak, Karatschoph und Borchalou folgt im deutschsprachigen Raum meist Ulrich Schürmann.
Kasak-Teppiche haben Kette und Schuss aus Wolle, der Schuss ist häufig rot gefärbt. Geknüpft wird symmetrisch, mit etwa 50.000 bis 120.000 Knoten/m²; der Flor ist lang, glänzend und kräftig. Kennzeichnend sind wenige, große Motive: Hakenmedaillons, Sterne, Rautenfelder und Kreuzformen. Die Farben sind gesättigt: Rot, Blau, Grün, Gelb und Elfenbein, oft mit starkem Abrasch. Typisch sind nahezu quadratische bis längliche Formate um 1,4 × 2 m.
Kasak gehören zu den gefragtesten kaukasischen Dorfteppichen. Pflanzenfarben, besonders ein klares Grün und Gelb, ein voller Flor und vollständige Kanten erhalten den Wert. Häufige Schäden sind abgelaufene Felder, eingesetzte Partien aus anderen Teppichen und nachgefärbte Stellen. Stücke aus sowjetischer Zeit nach 1920 haben oft synthetische Farben und eine regelmäßigere Zeichnung; sie werden deutlich niedriger eingestuft als Stücke aus der Zeit davor.
Woran man es erkennt
- Langer, glänzender Flor
- Wollfundament mit oft rotem Schuss
- Wenige, große geometrische Motive
- Gesättigte Farben mit Grün und Gelb
- Symmetrischer Knoten
- Formate um 1,4 × 2 m
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