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Persien – Stadt & Manufaktur, Provinz Isfahan, Iran

Isfahan

Safawidische Residenzstadt; seit den 1920er Jahren entstehen hier sehr fein geknüpfte Medaillonteppiche mit Seidenkette und Korkwolle.

Schah Abbas I. verlegte 1598 die Hauptstadt nach Isfahan und richtete Hofmanufakturen ein, in denen Teppiche mit Seide und Metallfäden entstanden. Nach der Eroberung der Stadt durch afghanische Truppen 1722 brach die Knüpftradition weitgehend ab. Ab den 1920er Jahren bauten Familienwerkstätten die Produktion neu auf; Namen wie Seirafian, Haghighi oder Davari stehen für signierte Feinqualitäten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Isfahan-Teppiche haben meist eine Kette aus Seide, seltener aus Baumwolle, und einen Flor aus Korkwolle, oft mit Seidenkonturen. Geknüpft wird mit dem asymmetrischen Knoten; die Knotendichte liegt etwa zwischen 500.000 und über 1.000.000 Knoten/m². Typisch ist ein rundes oder sternförmiges Zentralmedaillon auf elfenbeinfarbenem, rotem oder blauem Grund, umgeben von Ranken mit Schah-Abbas-Palmetten. Daneben gibt es Vasen-, Baum- und Jagdmuster; üblich sind Brücken, Paare und Formate bis etwa 3 × 4 m.

Fast alle Isfahan-Teppiche im Handel stammen aus dem 20. Jahrhundert; safawidische Originale liegen in Museen. Weil der Flor sehr kurz geschoren ist, zeichnen sich Abnutzung, Brandflecken und Feuchtigkeitsschäden sofort ab. Eine eingeknüpfte Signatur des Werkstattmeisters erleichtert die Zuordnung. Verzogene Formate, ausgefranste Kanten und Wasserränder mindern den Wert, ebenso eine Seidenkette, die nach Nässe hart geworden ist und an den Fransen bricht.

Woran man es erkennt

  • Kette meist aus Seide, an den Fransen erkennbar
  • Asymmetrischer Knoten, sehr kurz geschorener Flor
  • Korkwolle mit Seidenkonturen
  • Rundes Zentralmedaillon mit Schah-Abbas-Palmetten
  • Signaturkartusche bei Werkstattstücken, etwa Seirafian
  • Häufig paarweise gefertigte Brücken

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