Persien – Nomaden, Provinz Fars, Iran
Gabbeh
Grob geknüpfte, dickflorige Teppiche der Nomaden in Fars mit sparsamem Muster; seit den 1970er Jahren auch im Westen als Wohnteppich gefragt.
Gabbeh, persisch für roh oder naturbelassen, bezeichnet die einfachen Florteppiche, die Kaschkai und Luren in Fars für den eigenen Gebrauch knüpften: als Bodenbelag im Zelt und als Schlafunterlage. Ältere Gabbeh des 19. und frühen 20. Jahrhunderts kamen lange kaum in den Handel. Ab den 1970er Jahren entdeckten westliche Händler die Stücke, und eine eigene Produktion mit modernen, reduzierten Mustern entstand.
Gabbeh haben Kette und Schuss aus Wolle und zwischen den Knotenreihen mehrere Schussfäden, was den Teppich dick und schwer macht. Die Knotendichte ist niedrig, etwa 20.000 bis 80.000 Knoten/m², der Flor lang und weich. Muster sind sparsam: offene Felder, kleine Tiere, Bäume, Rechtecke, Streifen. Gefärbt wird mit Naturfarben oder mit naturfarbener Wolle in Rot, Gelb, Blau, Braun und Elfenbein. Üblich sind kleine bis mittlere Formate.
Alte Gabbeh vor 1950 sind selten und zeigen meist stärkere Gebrauchsspuren als neuere Werkstattware. Neue Gabbeh aus Iran stammen überwiegend aus Werkstätten in Fars und haben einen gleichmäßigeren Flor; Nachknüpfungen aus Indien sind daneben verbreitet. Langflorige Stücke nehmen viel Schmutz auf und neigen bei unsachgemäßer Reinigung zum Ausbluten. Lebendiger Abrasch und dicht gesetzte Schüsse sprechen für ein persisches Stück.
Woran man es erkennt
- Langer, weicher Flor
- Mehrere Schüsse zwischen den Knotenreihen
- Niedrige Knotendichte
- Sparsame Muster: Tiere, Bäume, Felder
- Kette und Schuss aus Wolle
- Lebendiger Abrasch
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