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Kaukasus, West-Aserbaidschan

Gendje

Stadt Gəncə im Westen Aserbaidschans; Gendje-Teppiche sind langformatig, mit Wollfundament und oft diagonal gestreiftem Feld.

Gendje, heute Gəncə, liegt im Westen der Republik Aserbaidschan zwischen Kasak und Karabagh und war im 19. Jahrhundert ein wichtiger Markt. Die unter ihrem Namen gehandelten Teppiche stammen aus den Dörfern der Umgebung und stehen stilistisch zwischen den Kasak im Westen und den Karabagh im Süden. In sowjetischer Zeit hieß die Stadt Kirowabad. Im Handel erscheinen Gendje meist als Läufer und Langformate des späten 19. Jahrhunderts.

Gendje-Teppiche haben Kette und Schuss aus Wolle, einen mittellangen, eher lockeren Flor und den symmetrischen Knoten, bei etwa 50.000 bis 120.000 Knoten/m². Typisch sind diagonale Streifen mit kleinen Boteh oder Sternen, Reihen von Hakenmedaillons und gestufte Rauten. Die Farben sind kräftig: Rot, Blau, Gelb, Grün und Elfenbein. Die Formate sind länglich, häufig um 1,2 × 2,5 m. Die Zeichnung ist großzügig und weniger dicht als in Kuba oder Schirwan.

Weil Gendje-Teppiche weniger fest gebaut sind als die Arbeiten aus Kuba, nutzen sie sich rascher ab, und lange Formate verziehen sich. Ältere Stücke vor 1900 mit Pflanzenfarben und klarem Abrasch finden Interesse. Häufig sind abgelaufene Felder, offene Kanten und verkürzte Enden. Die diagonale Streifung ist anfällig für Ausbluten, wenn synthetische Farben nebeneinanderliegen.

Woran man es erkennt

  • Diagonal gestreiftes Feld mit Boteh oder Sternen
  • Lange Formate
  • Wollfundament, lockerer Flor
  • Kräftige Farben mit Gelb und Grün
  • Großzügige Zeichnung

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