Afghanistan, Pakistan & Indien, Lahore und Karatschi, Pakistan
Pakistan Bukhara
Seit den 1950er Jahren in Pakistan geknüpfte Teppiche mit turkmenischen Gul-Mustern, oft mit glänzender Wolle und sehr regelmäßiger Zeichnung.
Nach der Teilung Britisch-Indiens 1947 entstand in Pakistan, vor allem in Lahore und Karatschi, eine Teppichproduktion für den Export. Ein großer Teil kopierte turkmenische Gul-Muster, die der Handel unter dem Namen Bukhara führte. In den 1970er und 1980er Jahren gehörten Pakistan-Bukhara zu den verbreitetsten Orientteppichen in europäischen Wohnungen. Später kamen Ziegler-Nachknüpfungen und Imitate persischer Seidenteppiche hinzu.
Pakistan-Bukhara haben eine Baumwollkette, einen kurzen bis mittelhohen Flor aus oft weicher, glänzender Wolle und den asymmetrischen Knoten, bei etwa 150.000 bis 500.000 Knoten/m². Die Muster folgen turkmenischen Vorbildern: Tekke-Gul in Reihen, Jaldar-Gitter nach Yomut-Art, Saryk- und Salor-Gul. Die Farben reichen von Rot über Elfenbein und Beige bis zu Grün und Blau. Die Zeichnung ist sehr regelmäßig; die Formate reichen vom Läufer bis zum Saalteppich.
Pakistan-Bukhara sind Neuware oder semi-antike Ware aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hohe Knotendichte steigert den Arbeitsaufwand, nicht automatisch das Interesse; gefragt sind gut erhaltene Stücke mit dichter, glänzender Wolle. Viele wurden chemisch gewaschen, was den Glanz erhöht, die Wolle aber schwächt. Häufig sind abgelaufene Laufbahnen, ausgeblutetes Rot und Fransenschäden. Mercerisierte Baumwolle im Flor kommt vor.
Woran man es erkennt
- Turkmenische Gul in sehr regelmäßiger Zeichnung
- Baumwollkette
- Glänzende, oft weiche Wolle
- Jaldar-Gitter nach Yomut-Art
- Breites Farbspektrum von Rot bis Beige
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