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Nordafrika, Mittlerer und Hoher Atlas, Marokko

Berberteppiche

Florteppiche und Flachgewebe der Amazigh aus dem Mittleren und Hohen Atlas; im Deutschen auch Name für maschinelle Schlingenware.

Die Amazigh, im Deutschen meist Berber genannt, sind die vorarabische Bevölkerung Nordafrikas. In Marokko knüpfen und weben Stämme des Mittleren und Hohen Atlas seit Jahrhunderten Teppiche für den eigenen Gebrauch: als Schlafunterlage, Decke und Zeltausstattung. Bekannte Gruppen und Regionen sind Beni Ourain, Azilal, Zemmour, Marmoucha und Taznakht. Westliche Designer entdeckten die Stücke im 20. Jahrhundert.

Berberteppiche haben Kette und Schuss aus Wolle, teils mit Baumwolle, und einen langen, dicken Flor mit dem symmetrischen Knoten bei niedriger Dichte, etwa 10.000 bis 50.000 Knoten/m². Typisch sind mehrere Schüsse zwischen den Knotenreihen, Rautengitter, Zickzacklinien und freie geometrische Zeichen. Im Deutschen heißt Berberteppich außerdem eine maschinell hergestellte Auslegeware mit Schlingenflor aus naturfarbener Wolle oder Kunstfaser; mit marokkanischer Knüpferei teilt sie nur den Namen.

Ältere Berberteppiche aus der Zeit vor 1970 sind gefragt, besonders mit handgesponnener, ungefärbter Wolle oder Pflanzenfarben. Neue Stücke werden in großer Zahl für den Export gefertigt, oft gewaschen und künstlich gealtert. Der lange Flor verfilzt, nimmt Schmutz auf und wird von Motten befallen. Für die Bewertung zählen Alter, Wollqualität, Muster und Zustand; Maschinenware mit Berber-Etikett hat keinen Sammlerwert.

Woran man es erkennt

  • Langer, dicker Flor
  • Rautengitter und freie geometrische Zeichen
  • Symmetrischer Knoten, niedrige Dichte
  • Mehrere Schüsse zwischen den Reihen
  • Auch Name für maschinelle Schlingenware

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