Seraband bezeichnet eine Dorfregion in der Provinz Markazi südwestlich von Arak. Seit dem 19. Jahrhundert knüpfen ihre Dörfer für den Markt in Sultanabad. Die feinste Qualität heißt im Handel Mir-Seraband, nach dem Dorf Mal-e Mir; auch der Begriff Mir-Boteh für das kleinteilige Boteh-Muster ist mit dieser Region verbunden. Seraband-Läufer waren um 1900 ein verbreiteter Exportartikel nach Europa und Amerika.
Seraband-Teppiche zeigen über das ganze Feld versetzte Reihen kleiner Boteh, deren Spitzen von Reihe zu Reihe die Richtung wechseln. Der Grund ist meist rot oder rotbraun, seltener elfenbein oder blau. Typisch ist eine große Zahl schmaler Nebenbordüren um eine Hauptbordüre mit verbundenen Ranken. Geknüpft wird auf Baumwollkette mit etwa 80.000 bis 200.000 Knoten/m²; häufig sind Läufer und Galerien.
Antike Seraband aus dem 19. Jahrhundert sind gefragt, besonders mit Pflanzenfarben und vollständigen Nebenbordüren. Weil die Läufer häufig in Gängen lagen, sind abgelaufene Mittelachsen, gekürzte Enden und gelöste Kanten die Regel. Spätere Stücke aus der Zeit nach 1930 haben oft ein kräftigeres, synthetisches Rot und eine gröbere Zeichnung der Boteh. Die Zahl der erhaltenen Bordüren ist ein brauchbares Kriterium.
Woran man es erkennt
- Versetzte Reihen kleiner Boteh
- Richtungswechsel der Boteh von Reihe zu Reihe
- Viele schmale Nebenbordüren
- Roter oder rotbrauner Grund
- Häufig Läufer und Galerien
- Mir-Seraband als feinste Qualität
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