Künstler: Musik (Autographen & Noten)
Johann Schrammel
Komponist, Geiger, 1850–1893, Neulerchenfeld – Hernals
Geiger und Komponist aus Neulerchenfeld; begründete mit seinem Bruder Josef die Schrammelmusik und schrieb den Marsch „Wien bleibt Wien“.
Johann Schrammel kam 1850 in Neulerchenfeld als Sohn des Volksmusikers Kaspar Schrammel zur Welt. Er studierte Violine am Konservatorium und spielte in Heurigen- und Unterhaltungskapellen. 1878 gründete er mit seinem Bruder Josef und dem Gitarristen Anton Strohmayer ein Terzett, das mit dem Klarinettisten Georg Dänzer zum Quartett wuchs. Er starb 1893 in Hernals.
Das Quartett trat unter dem Namen „D' Grinzinger“ in Heurigen, Gasthäusern und Salons auf. Typisch war die Besetzung mit zwei Geigen, der doppelhalsigen Kontragitarre und der hohen G-Klarinette, dem „picksüßen Hölzl“; später übernahm die Knöpferlharmonika deren Part. Von Johann Schrammel stammt der Marsch „Wien bleibt Wien“, eines der bekanntesten Stücke der Wiener Unterhaltungsmusik.
Für Sammler sind Notendrucke und Handschriften der Brüder, Fotografien des Quartetts, Konzertzettel und Instrumente der Schrammelbesetzung interessant. Kontragitarren Wiener Bauart mit zweitem Hals für die frei schwingenden Basssaiten und G-Klarinetten sind gesuchte Instrumente; Herstellerzettel im Korpus nennen Werkstatt und Ort. Viele Ausgaben erschienen erst nach 1900 in Bearbeitungen, die von frühen Drucken zu unterscheiden sind.
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