Bücher & Antiquariat im 1. Bezirk, 1010 Wien
Bücher und Bibliotheken aus der Inneren Stadt verkaufen
Kanzleien, Ordinationen und Beletage-Wohnungen mit Bücherkästen bis zur Decke: Im 1. Bezirk kommen Bibliotheken mit Recht, Medizin, Kunst und Wiener Drucken.
Hohe Bücherkästen gehören in den Beletage-Wohnungen der Ringstraßenzone und in den barocken Bürgerhäusern um Freyung und Judenplatz zur Grundausstattung; Verlassenschaften enthalten oft eine Bibliothek mit Lederbänden, die über drei Generationen gewachsen ist. Kanzleien und Ordinationen hinterlassen Rechts- und Medizinliteratur, Familien mit Bezug zu Universität und Akademie Kunstbände, Ausstellungskataloge und Zeitschriftenjahrgänge. Wenn Wohnungen zu Büros oder Ferienapartments umgebaut werden, müssen solche Bestände mitunter innerhalb weniger Wochen weichen.
Am Josefsplatz entstand bis 1726 der Prunksaal der Hofbibliothek nach Plänen Fischer von Erlachs, Daniel Gran malte die Kuppelfresken. Johann Thomas Trattner, Hofbuchdrucker und Verleger, ließ in den 1770er-Jahren den Trattnerhof am Graben errichten; Drucke von Trattner und Ghelen sind Kernstücke jeder Wiener Sammlung. Am Kohlmarkt saß Artaria mit Musikalien und Landkarten, im Artaria-Haus verkaufte später Freytag & Berndt. Die Secession, deren Zeitschrift „Ver Sacrum“ Koloman Moser mitgestaltete, liegt am Rand des Bezirks.
Eine Bibliothek beurteilen wir am Regal, nicht aus Kartons: Lassen Sie die Bücher bis zur kostenlosen Besichtigung stehen, und fotografieren Sie vorab die Regalfronten, damit Titel und Einbände lesbar sind. Exlibris, Stempel und Widmungen früherer Besitzer prüfen wir, weil viele Wiener Privatbibliotheken nach 1938 geraubt wurden. Für Abtransporte aus den oberen Stockwerken der Palais planen wir Bücherkisten, die eine Person tragen kann.
Was in Innere Stadt häufig auftaucht
- Rechts- und Medizinbibliotheken – Kanzleien und Ordinationen im Bezirk, Nähe zur Universität
- Wiener Drucke von Trattner und Ghelen – Altbestände großbürgerlicher Familienbibliotheken
- Landkarten und Stadtpläne von Wien – Verlagstradition von Artaria und Freytag & Berndt am Kohlmarkt
- Buchkunst der Wiener Moderne – Kundschaft der Wiener Werkstätte am Graben
Mit Bezug zu Innere Stadt
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 1. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Albrecht Dürer
Albertina mit „Feldhase“ (1502) und „Betende Hände“; im Kunsthistorischen Museum das „Allerheiligenbild“ (1511).
Moritz von Schwind
„Zauberflöte“-Fresken der Loggia und Lunetten im Foyer der Staatsoper, 1866/67.
Heinrich Lefler
Ausstattung des Rathauskellers mit Joseph Urban (1898/99); Ausstattungsleiter der Hofoper 1900–1903 und des Burgtheaters 1903–1910.
Koloman Moser
Fries der Kranzträgerinnen am Secessionsgebäude.
Josef Hoffmann
Kabarett Fledermaus an der Kärntner Straße (1907), Gesamtausstattung durch die Wiener Werkstätte.
Oskar Kokoschka
Studium an der Kunstgewerbeschule am Stubenring 1904–1909.
Fritzi Löw
Wandbilder der Textilabteilung der Wiener Werkstätte in der Kärntner Straße 32 (1918, mit Lotte Calm und anderen).
Albert Paris Gütersloh
Meisterschule für Malerei an der Akademie am Schillerplatz 1945–1962, Rektor 1953–1955.
Ludwig Förster
Palais Todesco in der Kärntner Straße (1861–1864, mit Theophil Hansen).
Gottfried Semper
Kaiserforum: Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum, Burgtheater und Neue Burg, ab 1871 mit Carl von Hasenauer.
Otto Wagner
Postsparkasse am Georg-Coch-Platz (1904–1906 und 1910–1912) und Ankerhaus am Graben 10 (1894/95).
Adolf Loos
Café Museum (1899), American Bar im Kärntner Durchgang (1908), Haus am Michaelerplatz (1909–1911), Herrenmodesalon Knize am Graben 13 (1910–1913).
Joseph Urban
Rathauskeller im Wiener Rathaus (1898) und Ausstellungshalle des Hagenbundes in der Zedlitzgasse (abgebrochen).
Franz Hubmann
Fotoserie über das Café Hawelka in der Dorotheergasse.
Ludwig van Beethoven
Wohnte zwischen 1804 und 1815 mehrmals im Pasqualatihaus auf der Mölker Bastei.
Johannes Brahms
Leitete 1872–1875 die Konzerte der Gesellschaft der Musikfreunde im Musikverein.
Johann Bernhard Fischer von Erlach
Entwurf der Hofbibliothek am Josefsplatz, Winterpalais des Prinzen Eugen in der Himmelpfortgasse und Böhmische Hofkanzlei in der Wipplingerstraße.
Egon Friedell
Leitete ab 1908 das Cabaret Fledermaus.
Franz Grillparzer
Kam 1791 am Bauernmarkt zur Welt und starb 1872 in der Spiegelgasse.
Otto Kallir
Gründete 1923 die Neue Galerie in der Grünangergasse und vertrat Egon Schiele, Richard Gerstl und Oskar Kokoschka.
Gustav Mahler
Direktor der Hofoper 1897–1907.
Wolfgang Amadeus Mozart
Wohnte 1784–1787 in der Domgasse 5, heute Mozarthaus, und starb 1791 in der Rauhensteingasse.
Hans Robert Pippal
Zwei Deckenmosaike im Burgtheater (1955).
Andrea Pozzo
Umgestaltung der Jesuitenkirche mit gemalter Kuppel (1703–1705).
Prinz Eugen von Savoyen
Winterpalais in der Himmelpfortgasse, wo er 1736 starb; seine Bibliothek steht im Prunksaal der Nationalbibliothek.
Richard Strauss
Leitete 1919–1924 mit Franz Schalk die Staatsoper.
Franz Wacik
Fresken im ersten Stock der Secession (1924).
Freytag & Berndt
Verkauf im Artaria-Haus am Kohlmarkt.
Wiener Werkstätte
Verkaufslokal am Graben ab 1907.
Artaria & Comp.
Kunsthandlung, Musik- und Kartenverlag am Kohlmarkt; Artaria-Haus von Max Fabiani (1900/01).
Gotik
Stephansdom mit Albertinischem Chor und Südturm, Maria am Gestade, Augustinerkirche und Minoritenkirche.
Renaissance
Schweizertor der Hofburg, Stallburg mit Arkadenhof, Renaissanceportal der Salvatorkapelle; Kunsthistorisches Museum mit Bruegel-Sammlung.
Manierismus
Kunsthistorisches Museum mit Arcimboldo und Kunstkammer; Rudolfinische Hauskrone in der Weltlichen Schatzkammer der Hofburg.
Hochbarock
Pestsäule am Graben (1693 geweiht) und Jesuitenkirche mit Pozzos Scheinkuppel; Rubens-Bestand im Kunsthistorischen Museum.
Klassizismus
Theseustempel im Volksgarten, Äußeres Burgtor, Stadttempel in der Seitenstettengasse, Canova-Grabmal in der Augustinerkirche.
Biedermeier
MAK am Stubenring mit Schausammlung zu Empire und Biedermeier.
Vormärz
Niederösterreichisches Landhaus in der Herrengasse, Ausgangspunkt der Revolution am 13. März 1848.
Historismus
MAK am Stubenring, 1863 als Museum für Kunst und Industrie gegründet; Parlament von Theophil Hansen.
Arts and Crafts
Secession, deren achte Ausstellung 1900 Ashbee und Mackintosh zeigte.
Symbolismus
Klimts Beethovenfries (1902) im Untergeschoß der Secession.
Jugendstil
Postsparkasse von Otto Wagner, Ankerhaus am Graben, Zacherlhaus von Jože Plečnik.
Wiener Secession
Ausstellungshaus der Secession an der Friedrichstraße mit Beethovenfries.
Wiener Moderne
Looshaus am Michaelerplatz (1910/11) und Café Museum (1899) von Adolf Loos.
Stil der Wiener Werkstätte
Archiv der Wiener Werkstätte im MAK; Kabarett Fledermaus von 1907.
Expressionismus
Albertina mit umfangreichem Bestand an Schiele-Zeichnungen.
Art Club
Strohkoffer im Kärntner Durchgang unter der Loos-Bar, Treffpunkt ab 1951.
Romanik
Ruprechtskirche mit Bausubstanz des 11./12. Jahrhunderts; Riesentor und Heidentürme am Stephansdom.
Objektgruppen
- Inkunabeln
- Stundenbücher und Buchmalerei
- Drucke des 16. und 17. Jahrhunderts
- Wiener Drucke
- Atlanten
- Landkarten und Stadtpläne von Wien
- Erstausgaben der Literatur
- Buchkunst der Wiener Moderne
- Pressendrucke und Vorzugsausgaben
- Malerbücher und illustrierte Bücher
- Kinderbücher und Bilderbücher
- Kochbücher
- Kunstbände, Werkverzeichnisse und Ausstellungskataloge
- Gebet- und Gesangbücher
- Bibeln und religiöse Prachtausgaben
- Hebraica und Judaica
- Naturkunde, Botanik und Kräuterbücher
- Topographien und Reisewerke
- Medizin, Psychoanalyse und Naturwissenschaft
- Musikdrucke und Notenerstausgaben
- Zeitschriften und Jahrgänge
- Kunsteinbände und Buchbinderarbeiten
- Jagd, Pferde und Reitkunst
- Fotobücher
- Exilliteratur
- Architektur und Ornamentik
- Almanache und Taschenbücher des Biedermeier
- Privatbibliotheken und Gelehrtennachlässe
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 1. Bezirk.
Künstler
114
- Hans Burgkmair d. Ä.1473–1531
- Albrecht Dürer1471–1528
- Hans Holbein d. J.1497/98–1543
- Wenzel Hollar1607–1677
- Giovanni Battista Piranesi1720–1778
- Salomon Kleiner1700–1761
- Moritz von Schwind1804–1871
- Adolph Menzel1815–1905
- Gustave Doré1832–1883
- Heinrich Lefler1863–1919
- Leopold Stolba1863–1929
- Friedrich König1857–1941
- Koloman Moser1868–1918
- Josef Hoffmann1870–1956
- Carl Otto Czeschka1878–1960
- Bertold Löffler1874–1960
- Oskar Kokoschka1886–1980
- Alfred Kubin1877–1959
- Franz von Bayros1866–1924
- Ernst Kutzer1880–1965
- Mela Koehler1885–1960
- Fritzi Löw1892–1975
- Josef von Divéky1887–1951
- Viktor Hammer1882–1967
- Albert Paris Gütersloh1887–1973
- Henri Matisse1869–1954
- Marc Chagall1887–1985
- Wassily Kandinsky1866–1944
- Ludwig Förster1797–1863
- Gottfried Semper1803–1879
- Otto Wagner1841–1918
- Adolf Loos1870–1933
- Joseph Urban1872–1933
- Josef Maria Eder1855–1944
- Franz Hubmann1914–2007
- Inge Morath1923–2002
- Erich Lessing1923–2018
- Kurt Absolon1925–1958
- Gerd Arntz1900–1988
- Ernst Barlach1870–1938
- Aubrey Beardsley1872–1898
- Ludwig van Beethoven1770–1827
- Alban Berg1885–1935
- Uriel Birnbaum1894–1956
- Pierre Bonnard1867–1947
- Johannes Brahms1833–1897
- Elias Canetti1905–1994
- Jean Cocteau1889–1963
- Alfred Cossmann1870–1951
- Franz Karl Delavilla1884–1967
- André Derain1880–1954
- Heimito von Doderer1896–1966
- Anna Marie Erdödy1779–1837
- Johann Bernhard Fischer von Erlach1656–1723
- Max Ernst1891–1976
- Mathilde Flögl1893–1958
- Paul Flora1922–2009
- Tsuguharu Foujita1886–1968
- Paul Theodore Frankl1886–1958
- Sigmund Freud1856–1939
- Egon Friedell1878–1938
- Hans Fronius1903–1988
- Heinz Gappmayr1925–2010
- HAP Grieshaber1909–1981
- Franz Grillparzer1791–1872
- George Grosz1893–1959
- Ernst Haas1921–1986
- Michael Haberlandt1860–1940
- Joseph Haydn1732–1809
- Theodor Herzl1860–1904
- Hugo von Hofmannsthal1874–1929
- Fritz Janschka1919–2016
- Otto Kallir1894–1978
- Anselm Kiefergeb. 1945
- Martin Kippenberger1953–1997
- František Kupka1871–1957
- Joseph Lanner1801–1843
- Mariette Lydis1887–1970
- Gustav Mahler1860–1911
- Alma Mahler-Werfel1879–1964
- Kasimir Malewitsch1879–1935
- Frans Masereel1889–1972
- Wolfgang Amadeus Mozart1756–1791
- Johann Nestroy1801–1862
- Otto Neurath1882–1945
- Barbara Pflaum1912–2002
- Hans Robert Pippal1915–1998
- Andrea Pozzo1642–1709
- Ferdinand Raimund1790–1836
- Georges Rouault1871–1958
- Gerhard Rühmgeb. 1930
- Ed Ruschageb. 1937
- Prinz Eugen von Savoyen1663–1736
- Otto Rudolf Schatz1900–1961
- Emanuel Schikaneder1751–1812
- Arthur Schnitzler1862–1931
- Arnold Schönberg1874–1951
- Johann Schrammel1850–1893
- Josef Schrammel1852–1895
- Franz Schubert1797–1828
- Max Slevogt1868–1932
- Théophile-Alexandre Steinlen1859–1923
- Johann Strauss (Sohn)1825–1899
- Richard Strauss1864–1949
- Antonio Vivaldi1678–1741
- Heinrich Vogeler1872–1942
- Franz Wacik1883–1938
- A. Paul Weber1893–1980
- Josef Weinheber1892–1945
- Josephine von Wertheimstein1820–1894
- Ludwig Wittgenstein1889–1951
- Mihály Zichy1827–1906
- Heinrich Zille1858–1929
- Ugo Zovetti1879–1974
Manufakturen & Marken
5
- Freytag & Berndtseit 1885
- Wiener Werkstätte1903–1932
- Columbus Verlagseit 1909
- Artaria & Comp.gegründet 1770
- Österreichische Staatsdruckereiseit 1804
Epochen & Stile
26
- Gotikum 1230–1500
- Renaissanceum 1420–1600 (nördlich der Alpen ab etwa 1500)
- Manierismusum 1520–1620
- Hochbarockum 1680–1730
- Klassizismusum 1770–1840
- Biedermeier1815–1848
- Vormärzum 1830–1848
- Historismusum 1840–1914
- Arts and Craftsum 1860–1910
- Symbolismusum 1880–1910
- Jugendstilum 1895–1914
- Wiener Secessionab 1897 (Stilprägung bis um 1905)
- Wiener Moderneum 1890–1918
- Stil der Wiener Werkstätte1903–1932
- Expressionismusum 1905–1925
- Futurismus1909–um 1944
- Dada1916–um 1924
- Konstruktivismusum 1913–1935
- Bauhaus1919–1933
- Rotes Wien1919–1934
- Art Club1947–1959
- Konzeptkunstab um 1965
- Fluxusum 1962–1978
- De Stijl1917–1931
- Romanikum 1000–1250
- Visuelle Poesieseit den 1950er-Jahren
Materialien, Techniken & Punzen
11
Fragen zu Bücher & Antiquariat
Kaufen Sie ganze Bibliotheken?
Ja. Wir sichten den gesamten Bestand vor Ort, bewerten gesuchte Titel einzeln und machen ein Angebot für die ganze Bibliothek. Den Abtransport übernehmen wir.
Wie erkenne ich eine Erstausgabe?
Das Impressum nennt manchmal die Auflage, oft aber nicht. Wir vergleichen mit Bibliografien, Druckmerkmalen und Verlagsanzeigen. Senden Sie uns Fotos von Titelblatt und Impressum.
Sind alte Bibeln und Gebetbücher wertvoll?
Das hängt von Alter, Ausgabe, Illustrationen und Einband ab. Frühe Drucke, illustrierte Prachtausgaben und Gebetbücher mit Silbereinband sind gesucht, Familienbibeln des 19. Jahrhunderts meist weniger.
Mindert eine Widmung den Wert eines Buches?
Eine Widmung des Autors erhöht den Wert meist. Private Widmungen unbekannter Schenkender mindern ihn kaum, Unterstreichungen und Randnotizen dagegen schon, außer sie stammen von einer bekannten Person.
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