Künstler: Literatur & Wissenschaft (Autographen)
Josef Weinheber
Lyriker, 1892–1945, Ottakring – Kirchstetten
Lyriker aus Ottakring; „Wien wörtlich“ (1935) mit Gedichten in Wiener Mundart, belastet durch seine Nähe zum Nationalsozialismus.
Josef Weinheber kam 1892 in Ottakring zur Welt, verlor früh beide Eltern und wuchs teils im Waisenhaus auf. Von 1911 bis 1932 arbeitete er als Beamter der Post. Nach Jahren ohne Resonanz gelang ihm 1934 mit dem Band „Adel und Untergang“ der Durchbruch. Im April 1945 nahm er sich in Kirchstetten das Leben.
Mit „Wien wörtlich“ (1935) legte Weinheber Gedichte in Wiener Umgangssprache und Mundart vor, die Bezirke, Typen und Redeweisen der Stadt festhalten. Es folgten „Späte Krone“ (1936) und „O Mensch, gib acht“ (1937), ein Kalenderbuch über das bäuerliche Jahr. Weinheber war Mitglied der NSDAP und ließ sich nach 1938 vom Regime feiern; seine Rolle ist literaturgeschichtlich kritisch aufgearbeitet.
Im Handel erscheinen Erstausgaben, Widmungsexemplare, Briefe und Gedichthandschriften. Einzelne Gedichte aus der NS-Zeit huldigen dem Regime; solche Drucke beeinflussen Bewertung und Verkäuflichkeit. Nach 1945 gaben Josef Nadler und Hedwig Weinheber die „Sämtlichen Werke“ heraus, die von den Erstdrucken zu unterscheiden sind. Sein Wohnhaus in Kirchstetten ist als Gedenkstätte zugänglich.
Epochen & Stile
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