In Beletagen am Ring und in Wohnungen um Freyung und Herrengasse stehen Vitrinen, deren Inhalt drei Generationen zusammengetragen haben: Imari-Teller über dem Kamin, ein Paar Satsuma-Vasen, Netsuke auf Samt, ein Lackkästchen mit Goldstreudekor. Manche dieser Haushalte kauften im Bezirk selbst, bei Händlern der Dorotheergasse oder im Dorotheum, und bewahrten Rechnungen und Etiketten auf. Unter alten Mietverträgen blieben solche Ensembles erhalten, während ringsum Wohnungen zu Büros wurden.
Das MAK am Stubenring erwarb auf der Weltausstellung 1873 japanisches Kunsthandwerk und besitzt eine große Sammlung japanischer Färberschablonen, deren Muster um 1900 Entwerfer der Secession studierten; 1900 zeigte die Secession in ihrer sechsten Ausstellung japanische Kunst. Im Weltmuseum Wien in der Neuen Burg liegt unter anderem die Sammlung, die Erzherzog Franz Ferdinand auf seiner Weltreise 1892/93 anlegte. Kunst der Ming- und Qing-Dynastie ist in beiden Häusern zu sehen und bietet Vergleich für Porzellan aus Privatbesitz.
Fotografieren Sie Böden mit Marken, Signaturen und Siegel aus der Nähe, dazu jede Bestoßung. Händleretiketten, Dorotheum-Kataloge oder eine Rechnung aus den 1920er-Jahren legen wir in die Bewertung ein, weil chinesische Käufer auf eine belegte europäische Herkunft achten. Netsuke und Okimono aus Elfenbein sind nur mit gesetzlicher Ausnahme und Bescheinigung handelbar. Stammt ein Bestand aus einem 1938 aufgelösten Haushalt im Textilviertel, wird die Provenienz zuerst geprüft.
Was in Innere Stadt häufig auftaucht
- Imari, Satsuma und Cloisonné der Meiji-Zeit – Vitrinen großbürgerlicher Ringstraßenhaushalte
- Netsuke und Inro – Sammelgebiet des Wiener Bürgertums, oft mit Händleretiketten aus der Inneren Stadt
- Qing-Porzellan mit belegter Provenienz – Ankäufe im Dorotheum und bei Händlern der Dorotheergasse
Mit Bezug zu Innere Stadt
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 1. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Ming-Dynastie
MAK und Weltmuseum Wien in der Neuen Burg mit chinesischer Keramik und Kunsthandwerk.
Qing-Dynastie
Weltmuseum Wien und MAK mit Kunst der Qing-Zeit.
Edo-Zeit
MAK mit japanischen Holzschnitten und Färberschablonen; Weltmuseum Wien mit japanischen Sammlungen.
Meiji-Zeit
MAK mit Ankäufen von der Weltausstellung 1873.
Japonismus
MAK mit Sammlung japanischer Färberschablonen; Secession, deren sechste Ausstellung 1900 Japan galt.
Objektgruppen
- Ming-Porzellan
- Qing-Porzellan
- Chinesisches Exportporzellan
- Monochromes Porzellan und Seladon
- Cloisonné-Arbeiten
- Jadeschnitzereien
- Snuff Bottles
- Objekte vom Gelehrtentisch
- Chinesische Bronzen
- Bronze-Buddhas
- Tibetische Ritualobjekte
- Thangkas
- Rollbilder
- Lackarbeiten aus China und Japan
- Chinesische Möbel und Paravents
- Seidengewänder und Rangabzeichen
- Netsuke
- Inro
- Okimono
- Ukiyo-e-Holzschnitte
- Satsuma-Keramik
- Imari- und Kakiemon-Porzellan
- Japanisches Exportporzellan
- Japanische Bronzen der Meiji-Zeit
- Tsuba und Schwertbeschläge
- Indische Miniaturmalerei
- Skulptur aus Süd- und Südostasien
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 1. Bezirk.
Künstler
3
- Raimund von Stillfried1839–1911
- Emil Orlik1870–1932
- Zao Wou-Ki1920–2013
Manufakturen & Marken
1
- Noritakeseit 1904
Epochen & Stile
7
- Ming-Dynastie1368–1644
- Qing-Dynastie1644–1911
- Edo-Zeit1603–1868
- Meiji-Zeit1868–1912
- Shōwa-Zeit1926–1989
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- Japonismusum 1860–1920
Fragen zu Asiatika
Wie fotografiere ich Porzellan richtig?
Eine Gesamtansicht vor neutralem Hintergrund, dann den Boden mit Marke und Standring scharf und gerade von oben, schließlich Details der Malerei und jede Beschädigung. Tageslicht ohne Blitz zeigt Glasur und Farben am besten.
Meine Vase hat eine Kaisermarke am Boden – ist sie damit alt?
Nicht unbedingt. Regierungsmarken wurden schon in der Qing-Zeit und massenhaft im 20. Jahrhundert nachgeahmt. Ob ein Stück zur Marke passt, zeigen Scherben, Glasur, Standring und Malerei; dafür brauchen wir scharfe Fotos des Bodens.
Kaufen Sie Netsuke aus Elfenbein?
Nur wenn eine der gesetzlichen Ausnahmen der VO (EU) 2021/2280 zutrifft und die erforderliche Bescheinigung vorliegt. Netsuke aus Buchsbaum, Hirschhorn oder anderen Materialien übernehmen wir ohne diese Einschränkung. Im Zweifel klären wir das Material bei der Besichtigung.
Woran erkenne ich einen originalen japanischen Holzschnitt?
Originaldrucke zeigen unter der Lupe keine Rasterpunkte, sondern Holzmaserung und satte, leicht unregelmäßige Farbflächen. Das Papier ist weich und faserig, oft mit Blindprägung. Siegel von Verleger und Zensor helfen bei der Datierung; spätere Nachdrucke sind häufig, aber ebenfalls nicht wertlos.
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