Asiatika im 4. Bezirk, 1040 Wien
Asiatika von der Wieden: Satsuma, Paravents und Rollbilder
In den großen Altbauwohnungen um die Argentinierstraße standen Satsuma-Vasen und Paravents als Salondekoration. Botschaftshaushalte bringen jüngere Stücke hinzu.
Wohnungen von weit über hundert Quadratmetern an Argentinierstraße, Prinz-Eugen-Straße und Schwindgasse boten um 1900 Platz für die Salondekoration der Zeit: ein Paravent mit Lackmalerei, ein Paar Satsuma-Vasen auf Säulen, ein chinesisches Exportservice im Speisezimmer. Was später aus der Mode kam, wanderte ins Dienstbotenzimmer oder ins Dachbodenabteil und blieb dort in Kisten. Im Botschaftsviertel um die Argentinierstraße wohnen zudem Diplomaten, deren Haushalte nach einigen Jahren wieder aufgelöst werden.
Hans Makart, dessen Atelier in der Gußhausstraße im späten 19. Jahrhundert stilbildend wirkte, inszenierte Räume mit Teppichen, Waffen, Stoffen und exotischen Dekorationsstücken; das Wiener Bürgertum ahmte diese Fülle nach, und ostasiatisches Kunsthandwerk gehörte dazu. Am Karlsplatz zeigt das Wien Museum Wiener Wohnkultur dieser Jahrzehnte. Botschaften und Residenzen um die Argentinierstraße sorgen bis heute für eine wechselnde Mieterschaft, und im Theresianum hat die Diplomatische Akademie ihren Sitz.
Was als Exportware gilt, landet auf der Wieden gern am Samstagsflohmarkt an der Kettenbrückengasse – zeigen Sie uns die Kisten vorher, denn darunter liegt manchmal ein Stück mit einer zeitgleichen Regierungsmarke. Paravents messen wir vor Ort und prüfen Lack und Rahmen; Rollbilder bitte nur trocken und gerollt lagern. Für Satsuma-Vasen mit Goldsignatur reicht vorab ein Foto des Bodens.
Was in Wieden häufig auftaucht
- Satsuma-Vasen und Paravents – Salondekoration großbürgerlicher Wohnungen um 1900
- Chinesisches Exportporzellan aus Kanton – Speisezimmer der Altbauwohnungen mit Dienstbotentrakt
- Jüngere Lack- und Bronzearbeiten – Diplomatenhaushalte im Botschaftsviertel um die Argentinierstraße
Objektgruppen
- Ming-Porzellan
- Qing-Porzellan
- Chinesisches Exportporzellan
- Monochromes Porzellan und Seladon
- Cloisonné-Arbeiten
- Jadeschnitzereien
- Snuff Bottles
- Objekte vom Gelehrtentisch
- Chinesische Bronzen
- Bronze-Buddhas
- Tibetische Ritualobjekte
- Thangkas
- Rollbilder
- Lackarbeiten aus China und Japan
- Chinesische Möbel und Paravents
- Seidengewänder und Rangabzeichen
- Netsuke
- Inro
- Okimono
- Ukiyo-e-Holzschnitte
- Satsuma-Keramik
- Imari- und Kakiemon-Porzellan
- Japanisches Exportporzellan
- Japanische Bronzen der Meiji-Zeit
- Tsuba und Schwertbeschläge
- Indische Miniaturmalerei
- Skulptur aus Süd- und Südostasien
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 4. Bezirk.
Künstler
3
- Raimund von Stillfried1839–1911
- Emil Orlik1870–1932
- Zao Wou-Ki1920–2013
Manufakturen & Marken
1
- Noritakeseit 1904
Epochen & Stile
7
- Ming-Dynastie1368–1644
- Qing-Dynastie1644–1911
- Edo-Zeit1603–1868
- Meiji-Zeit1868–1912
- Shōwa-Zeit1926–1989
- Chinoiserieum 1680–1790, Wiederbelebung im 19. Jahrhundert
- Japonismusum 1860–1920
Fragen zu Asiatika
Woran erkenne ich einen originalen japanischen Holzschnitt?
Originaldrucke zeigen unter der Lupe keine Rasterpunkte, sondern Holzmaserung und satte, leicht unregelmäßige Farbflächen. Das Papier ist weich und faserig, oft mit Blindprägung. Siegel von Verleger und Zensor helfen bei der Datierung; spätere Nachdrucke sind häufig, aber ebenfalls nicht wertlos.
Haben Satsuma- und Imari-Vasen aus der Großelternzeit Wert?
Das hängt von der Qualität ab. Meiji-Exportware ist häufig; fein gemalte Satsuma aus Werkstätten wie Kinkozan oder Yabu Meizan und große Imari-Paare sind dagegen gesucht. Auf Fotos lässt sich das meist schon unterscheiden.
Spielt die Herkunftsgeschichte eine Rolle?
Eine große. Rechnungen, Händleretiketten, alte Auktionskataloge oder ein Familieninventar belegen, dass ein Stück seit Langem in Europa ist, und steigern die Nachfrage. Bitte legen Sie solche Unterlagen der Anfrage bei.
Soll ich eine beschädigte Vase vorher restaurieren lassen?
Nein. Restaurierungen werden im Handel aufgedeckt und mindern den Wert meist stärker als ein ehrlicher Chip. Bewahren Sie abgebrochene Teile auf und zeigen Sie sie mit.
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Weitere Sparten in Wieden
- Alte Meister
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Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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