Wiener Bronzen im 1. Bezirk, 1010 Wien
Wiener Bronzen aus der Inneren Stadt: Ringstraße, Kanzleien, Salons
Zwischen Heldenplatz und Stubenring stehen die großen Denkmalbronzen; in den Beletagen dahinter warten kaltbemalte Tiere, Schreibtischbronzen und Art-déco-Figuren.
Wer in einer Beletage der Ringstraßenzone oder in einem Barockhaus nahe Freyung und Am Hof wohnt, lebt oft mit einer Einrichtung, die drei Generationen ergänzt, aber selten ausgetauscht haben. Auf Schreibtischen in Kanzleien und Ordinationen standen Tintenzeuge mit Hunde- oder Jagdmotiven, in Salonvitrinen kaltbemalte Vögel neben dem Porzellan. Weil manche Familien seit Jahrzehnten dieselbe Wohnung nutzen, liegen Zündholzhalter, Tischglocken und Vide-poches oft noch dort, wo sie um 1900 abgestellt wurden – in Schubladen, Sekretären und hohen Bücherkästen.
Die Bildhauer der großen Denkmäler sind im Stadtbild versammelt: Anton Dominik Fernkorn mit den Reiterstandbildern Erzherzog Karls und Prinz Eugens am Heldenplatz, Caspar von Zumbusch mit dem Maria-Theresien-Denkmal von 1888, Viktor Tilgner mit dem Mozart-Denkmal im Burggarten, Edmund Hellmer mit dem Goethe-Denkmal am Opernring. Verkleinerte Fassungen von Denkmalfiguren kamen als Schreibtischschmuck in bürgerliche Haushalte. Das MAK am Stubenring und die Kataloge des Dorotheums liefern Vergleichsstücke für Empire, Historismus und Jugendstil.
Kärntner Straße und Graben sind seit den 1970er-Jahren Fußgängerzone; Zufahrt und Ladezeiten klären wir vor dem Termin. Kleine Bronzen fotografieren Sie bitte auch von unten, denn dort sitzen Marken wie das „B“ in der Vase der Werkstatt Bergman oder der Stempel „Geschützt“. Figuren mit Elfenbeinteilen setzen Nachweise voraus, die der VO (EU) 2021/2280 genügen. Stammt ein Stück aus dem früheren Textilviertel zwischen Salzgries und Rudolfsplatz, fragen wir zusätzlich nach seinem Verbleib zwischen 1938 und 1945.
Was in Innere Stadt häufig auftaucht
- Verkleinerte Denkmalbronzen – Schreibtischschmuck in Wohnungen der Ringstraßenzone
- Tintenzeuge und Schreibgarnituren – Kanzleien und Ordinationen im Schottenviertel und um die Freyung
- Feuervergoldete Empire-Bronzen – Salons, die über mehrere Generationen eingerichtet wurden
- Art-déco-Tänzerinnen von Bruno Zach und Josef Lorenzl – Beletage-Haushalte der Zwischenkriegszeit
Mit Bezug zu Innere Stadt
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 1. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Gustav Gurschner
Reiterdenkmal für das Dragonerregiment Nr. 14 in der Augustinerkirche.
Franz Anton Zauner
Reiterdenkmal Josephs II. am Josefsplatz (1807), Kenotaph Leopolds II. in der Augustinerkirche und Karyatiden am Palais Pallavicini.
Anton Dominik Fernkorn
Reiterstandbilder Erzherzog Karls (1853–1859) und Prinz Eugens (1860–1865) am Heldenplatz; Georgsgruppe im Reitersaal der Kontrollbank in der Strauchgasse.
Viktor Tilgner
Mozart-Denkmal im Burggarten (1896), Dichterbüsten im Burgtheater, Brunnengruppe „Triton und Nymphe“ im Volksgarten (1879).
Caspar von Zumbusch
Beethoven-Denkmal (1880), Maria-Theresien-Denkmal (1888), Radetzky-Denkmal am Stubenring (1891) und Erzherzog-Albrecht-Denkmal auf der Albrechtsrampe (1899).
Edmund Hellmer
Goethe-Denkmal am Opernring (1900), „Die Macht zu Lande“ am Michaelertrakt (1897), Johann-Strauss-Denkmal und Schindler-Denkmal im Stadtpark, Frontgiebel des Parlaments, Kastalia-Brunnen der Universität.
Arthur Strasser
Marc-Anton-Gruppe neben dem Secessionsgebäude (für Paris 1900).
Josef Müllner
Lueger-Denkmal (aufgestellt 1926), Siegfriedskopf im Arkadenhof der Universität (1922/23), Siegerstatue vor dem Theseustempel (1923) und Mozartbüste im Mozarthaus (1942).
Empire
Wiege des Königs von Rom (1811) in der Weltlichen Schatzkammer der Hofburg.
Wiener Empire
Danhauser-Entwurfszeichnungen im MAK; Prunkräume der Albertina mit Ausstattung der 1820er-Jahre.
Biedermeier
MAK am Stubenring mit Schausammlung zu Empire und Biedermeier.
Historismus
MAK am Stubenring, 1863 als Museum für Kunst und Industrie gegründet; Parlament von Theophil Hansen.
Japonismus
MAK mit Sammlung japanischer Färberschablonen; Secession, deren sechste Ausstellung 1900 Japan galt.
Jugendstil
Postsparkasse von Otto Wagner, Ankerhaus am Graben, Zacherlhaus von Jože Plečnik.
Floraler Jugendstil
Engel-Apotheke in der Bognergasse mit Mosaikfassade nach Oskar Laske.
Art déco
Hochhaus Herrengasse von Siegfried Theiss und Hans Jaksch (1931/32).
Objektgruppen
- Kaltbemalte Vogelfiguren
- Hunde- und Katzenfiguren
- Wildtiere und Jagdtiere
- Insekten und Käfer
- Orientalische Bronzefiguren
- Teppichhändler und Basarszenen
- Westernfiguren
- Miniaturbronzen
- Humoristische Tierfiguren
- Erotische Klappfiguren
- Tintenzeuge und Schreibtischbronzen
- Zündholzhalter und Aschenschalen
- Tischglocken in Figurenform
- Wiener Bronzelampen
- Ablageschalen mit Figuren
- Pferde- und Reiterbronzen
- Tänzerinnen und Damenfiguren
- Figuren mit Bein- und Elfenbeinteilen
- Jugendstil-Bronzen
- Feuervergoldete Empire-Bronzen
- Verkleinerte Denkmalbronzen
- Stilisierte Messingfiguren
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 1. Bezirk.
Künstler
22
- Franz Bergman1861–1936
- Carl Kauba1865–1922
- Peter Tereszczuk1875–1963
- Gustav Gurschner1873–1970
- Bruno Zach1891–1945
- Josef Lorenzl1892–1950
- Ferdinand Preiss1882–1943
- Demétre Chiparus1886–1947
- Carl Hagenauer1872–1928
- Karl Hagenauer1898–1956
- Franz Hagenauer1906–1986
- Carl Auböck1900–1957 (Carl Auböck II), 1924–1993 (Carl Auböck III)
- Franz Barwig1868–1931
- Stefan Dakon1904–1997
- Johann Baptist Hagenauer1732–1810
- Franz Anton Zauner1746–1822
- Anton Dominik Fernkorn1813–1878
- Viktor Tilgner1844–1896
- Caspar von Zumbusch1830–1915
- Edmund Hellmer1850–1935
- Arthur Strasser1854–1927
- Josef Müllner1879–1968
Manufakturen & Marken
6
- Werkstätte Franz Bergmanzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 1930er-Jahre
- Werkstatt Carl Kaubaum 1890 bis 1920er-Jahre
- Wiener Bronzewaren-Herstellerum 1860 bis 1930er-Jahre
- Werkstätte Hagenauer1898–1987
- Werkstätte Carl Auböckseit 1912
- Argentor-Werkeum 1900 bis Zwischenkriegszeit
Epochen & Stile
10
- Empireum 1804–1830
- Wiener Empireum 1804–1820
- Biedermeier1815–1848
- Historismusum 1840–1914
- Naturalismusum 1870–1900
- Orientalismusum 1830–1914
- Japonismusum 1860–1920
- Jugendstilum 1895–1914
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Art découm 1920–1940
Materialien, Techniken & Punzen
10
Fragen zu Wiener Bronzen
Soll ich die Figur reinigen oder nachmalen lassen?
Nein. Abrieb der originalen Bemalung mindert weniger als eine Übermalung. Staub lässt sich vorsichtig mit einem weichen Pinsel entfernen, Wasser und Reinigungsmittel lösen die Kaltbemalung.
Was bedeutet die Signatur „Namgreb“?
„Namgreb“ ist die rückwärts gelesene Form von Bergman. Die Werkstatt verwendete sie vor allem für erotische Klappfiguren, bei denen sich ein Mantel oder Gehäuse öffnen lässt.
Kaufen Sie auch beschädigte Wiener Bronzen?
Ja, sofern Motiv und Ausführung stimmen. Abgebrochene Teile sollten aufbewahrt werden, da sie fachgerecht wieder befestigt werden können. Fehlende Teile mindern je nach Motiv unterschiedlich stark.
Ich habe eine ganze Vitrine voller kleiner Tiere – lohnt sich eine Besichtigung?
Ja. Sammlungen enthalten oft seltene Miniaturen und Gruppen, die einzeln kaum auffallen. Bei der Besichtigung wird jedes Stück geprüft, das Angebot kann die Sammlung oder einzelne Figuren umfassen.
Wiener Bronzen in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Innere Stadt
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- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
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