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Asiatika im 20. Bezirk, 1200 Wien

Asiatika aus der Brigittenau: Gemeindebau und Altmieterwohnung

Bis 1900 gehörte die Brigittenau zur Leopoldstadt, in der 1873 die Weltausstellung stattfand. In Altmieter- und Gemeindewohnungen liegen Exportporzellan und Andenken.

Kleine und mittlere Altbauwohnungen bestimmen die Gassen um Hannovermarkt und Wallensteinplatz, dazu kommen große Gemeindebauten; manche Mietverträge laufen seit den 1950er-Jahren. Asiatika sind hier selten Sammlungsobjekte, häufiger Teil des gewachsenen Hausrats: ein Satsuma-Teller an der Wand, ein Teeservice in der Kredenz, Cloisonné aus einem Urlaub, ein Rollbild im Vorzimmer. Kellerabteile in den Gemeindebauten bewahren Kartons mit Geschirr, die beim Umzug nicht mehr ausgepackt wurden.

Bis 1900 gehörte das Gebiet zur Leopoldstadt, in deren Prater 1873 die Weltausstellung den Japonismus nach Wien brachte. Der Winarskyhof und der Otto-Haas-Hof, an denen Hoffmann, Behrens, Frank und Loos bauten, stehen für die 1920er-Jahre, in denen japanisches Exportporzellan auch nach Wien kam, oft mit der Marke „Japan“ statt des früheren „Nippon“. Die Gründerzeithäuser des Bezirks, bis 1914 fertiggestellt, wurden in jenen Jahrzehnten bezogen, in denen Satsuma und Cloisonné als Wohnschmuck galten.

Kartons mit Geschirr aus dem Kellerabteil öffnen wir gemeinsam mit Ihnen; Fotos der Bodenmarken genügen vorab. Exportware ohne Sammlerwert benennen wir offen, ältere Stücke bewerten wir einzeln. In Altmieterwohnungen mit Kredenzen der Erstausstattung sehen wir alle Schubladen durch. Wandteller mit Aufhängung prüfen wir auf Bohrungen und Klebungen, Rollbilder auf Wasserflecken.

Was in Brigittenau häufig auftaucht

  • Satsuma-Teller und Teeservice – gewachsener Hausrat in Altmieterwohnungen um Wallensteinplatz
  • Japanisches Exportporzellan der 1920er- und 1930er-Jahre – Erstausstattung der Gemeindebauwohnungen
  • Cloisonné und Rollbilder – Urlaubsandenken in Kellerabteilen und Kredenzen

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 20. Bezirk.

Künstler

3

Manufakturen & Marken

1

Epochen & Stile

7

Materialien, Techniken & Punzen

17

Fragen zu Asiatika

Meine Vase hat eine Kaisermarke am Boden – ist sie damit alt?

Nicht unbedingt. Regierungsmarken wurden schon in der Qing-Zeit und massenhaft im 20. Jahrhundert nachgeahmt. Ob ein Stück zur Marke passt, zeigen Scherben, Glasur, Standring und Malerei; dafür brauchen wir scharfe Fotos des Bodens.

Kaufen Sie Netsuke aus Elfenbein?

Nur wenn eine der gesetzlichen Ausnahmen der VO (EU) 2021/2280 zutrifft und die erforderliche Bescheinigung vorliegt. Netsuke aus Buchsbaum, Hirschhorn oder anderen Materialien übernehmen wir ohne diese Einschränkung. Im Zweifel klären wir das Material bei der Besichtigung.

Woran erkenne ich einen originalen japanischen Holzschnitt?

Originaldrucke zeigen unter der Lupe keine Rasterpunkte, sondern Holzmaserung und satte, leicht unregelmäßige Farbflächen. Das Papier ist weich und faserig, oft mit Blindprägung. Siegel von Verleger und Zensor helfen bei der Datierung; spätere Nachdrucke sind häufig, aber ebenfalls nicht wertlos.

Haben Satsuma- und Imari-Vasen aus der Großelternzeit Wert?

Das hängt von der Qualität ab. Meiji-Exportware ist häufig; fein gemalte Satsuma aus Werkstätten wie Kinkozan oder Yabu Meizan und große Imari-Paare sind dagegen gesucht. Auf Fotos lässt sich das meist schon unterscheiden.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.