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Ikonen & sakrale Kunst im 1. Bezirk, 1010 Wien

Sakrale Kunst in der Inneren Stadt: vom Stephansdom zum Fleischmarkt

Gotik im Stephansdom, Barock in Peterskirche und Annakirche, Orthodoxie am Fleischmarkt: Die Innere Stadt bündelt fast alle Schichten sakraler Kunst auf engem Raum.

In den Wohnungen der Ringstraßenzone und der barocken Bürgerhäuser um Freyung und Judenplatz hängt sakrale Kunst selten als Andachtsbild, häufiger als Sammlerstück: eine russische Hausikone mit Silberoklad neben barocken Ölskizzen, ein spätgotisches Relief auf dem Bücherkasten, ein Kruzifix mit Elfenbeincorpus im Salon. Viele dieser Stücke wurden einst im Dorotheum oder bei Händlern in Dorotheergasse und Spiegelgasse erworben, manche sind seit der Monarchie in Familienbesitz.

Die Maßstäbe setzen die Kirchen selbst: Im Stephansdom stehen die spätgotische Kanzel, Anton Pilgrams Orgelfuß und der Wiener Neustädter Altar, in der Peterskirche malte Johann Michael Rottmayr 1713/14 die Kuppel, Matthias Steinl lieferte Ausstattung. Daniel Gran freskierte 1747/48 die Annakirche, Lorenzo Mattielli schuf die Engelssturzgruppe an der Michaelerkirche. Am Fleischmarkt, im Griechenviertel, feiern griechisch-orthodoxe Gemeinden seit dem 18. Jahrhundert ihre Liturgie vor Ikonostasen.

Fotografieren Sie Ikonen auch von hinten: Querleisten, Holzart und alte Etiketten verraten viel über Alter und Weg einer Tafel, bei Silberoklads zusätzlich die Punzen. Corpora aus Elfenbein sind seit 2022 nur mit Bescheinigung handelbar, Reliquien kaufen wir grundsätzlich nicht. Hat ein Objekt in der NS-Zeit seinen Eigentümer gewechselt, gehen wir der Provenienz nach. Die Besichtigung in der Inneren Stadt ist kostenlos.

Was in Innere Stadt häufig auftaucht

  • Russische Hausikonen mit Silberoklad – Sammlerhaushalte und Erwerbungen im Kunsthandel der Dorotheergasse
  • Barocke Ölskizzen und Andachtsbilder – Bürgerhäuser um Freyung, Am Hof und Judenplatz
  • Kruzifixe und Corpora aus Holz, Bronze und Elfenbein – Salons der Ringstraßenwohnungen; Elfenbein nur mit Bescheinigung
  • Judaica – Umfeld von Judenplatz und Textilviertel; Prüfung auf verfolgungsbedingten Entzug

Mit Bezug zu Innere Stadt

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 1. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 1. Bezirk.

Künstler

35

Epochen & Stile

12

Materialien, Techniken & Punzen

14

Fragen zu Ikonen & sakrale Kunst

Wie alt ist meine Ikone?

Von vorn lässt sich das selten sagen, weil Ikonen über Jahrhunderte in gleichen Formen gemalt wurden. Aussagekräftiger sind Rückseite, Holz, Querleisten, Kreidegrund und Inschriften. Schicken Sie uns deshalb immer auch ein Foto der Rückseite.

Ist eine Ikone mit Silberoklad mehr wert?

Oft ja, aber nicht immer aus demselben Grund. Bei gedruckten Ikonen trägt der Oklad häufig den größeren Teil des Werts, bei gemalten Ikonen ergänzen sich Malerei und Silber. Oklad und Ikone sollten in jedem Fall zusammenbleiben.

Kaufen Sie Objekte aus Kirchen oder Kapellen?

Nur wenn der rechtmäßige Erwerb belegt ist, etwa durch eine Bestätigung der Pfarre, Erbunterlagen oder alte Kaufbelege. Ohne solche Nachweise übernehmen wir kein Kirchengut. Wir sehen uns die Unterlagen gern vorab an.

Darf ich eine nachgedunkelte Ikone reinigen?

Bitte nicht. Der dunkle Firnis aus Leinöl liegt direkt auf der Malschicht, und Lösungsmittel oder Wasser zerstören sie. Abnahme und Festigung sind Aufgaben für Restauratoren; für die Bewertung reicht der jetzige Zustand.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.