Cloisonné-Arbeiten
Zellenschmelz auf Kupfer aus China und Japan, von Ming-Gefäßen bis zu den feinen Meiji-Vasen aus Kyoto und Tokio, dazu Malemail aus Kanton.
Beim Cloisonné werden auf einen Kupferkörper feine Stege aufgelötet, deren Zellen mit Glasfluss gefüllt, gebrannt und glatt geschliffen werden. In China erlebte die Technik unter Kaiser Jingtai im 15. Jahrhundert eine erste Blüte und wurde nach ihm Jingtailan genannt; unter Qianlong entstanden kaiserliche Gefäße in großer Zahl. In Japan entwickelte sich das Cloisonné erst im 19. Jahrhundert zu höchster Feinheit: Namikawa Yasuyuki in Kyoto arbeitete mit hauchdünnen Silberdrähten, Namikawa Sōsuke in Tokio mit fast unsichtbaren Stegen. Verwandt ist das Kanton-Email, bei dem die Farben frei auf Kupfer gemalt werden.
Japanische Meiji-Arbeiten tragen häufig Werkstattmarken auf dem Boden oder einer Silbermontierung, etwa der Firma Ando. Gesucht sind fein gearbeitete Vasen mit gleichmäßigen Zellen, ohne Pinholes und ohne Abplatzungen. Chinesisches Cloisonné des 19. und 20. Jahrhunderts ist häufig und gröber; Stücke mit Qianlong-Marke sind meist später. Dellen im Kupfer und gesprungene Emailflächen lassen sich kaum unsichtbar beheben und mindern den Wert deutlich.
Woran man es erkennt
- Meiji-Cloisonné aus Kyoto und Tokio
- Namikawa- und Ando-Arbeiten
- Qing-Cloisonné mit Feuervergoldung
- Kanton-Email auf Kupfer
- Vasenpaare und Deckeldosen
- Werkstattmarken und Silbermontierungen
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