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Künstler: Gotik & Renaissance

Rueland Frueauf d. J.

Maler, um 1470–nach 1545, Passau

Passauer Maler, der mit den Leopoldstafeln von 1505 in Klosterneuburg die Donaulandschaft ins Altarbild holte.

Rueland Frueauf der Jüngere übernahm die väterliche Werkstatt in Passau und ist dort bis in die 1540er-Jahre urkundlich fassbar. Für Stift Klosterneuburg schuf er um 1505 Tafeln mit der Legende des heiligen Leopold, des babenbergischen Markgrafen und Landespatrons. Diese Tafeln gelten als frühe Beispiele einer Malerei, in der die Landschaft an der Donau eigenes Gewicht erhält – eine Haltung, die Albrecht Altdorfer und Wolf Huber weiterentwickelten.

Anders als der Vater setzt der Sohn Figuren in tiefe, atmosphärische Räume mit Flusstälern, Burgen und Waldsäumen. In Klosterneuburg erhalten sind neben den Leopoldstafeln Teile eines Johannesaltars. Die Malweise ist dünner und lockerer als beim Vater, der Goldgrund weicht häufig einem Himmel mit Farbverlauf. Technisch bleibt er beim Kreidegrund auf Nadelholz und bei der Kombination von Tempera mit Ölharzlasuren. Die Tafeln stehen am Beginn einer eigenständigen Landschaftsmalerei in Österreich.

Werke, die mit dem jüngeren Frueauf in Verbindung gebracht werden, tauchen fast nur als Fragmente oder als „Donauschule um 1510“ auf. Unterscheidend sind die Landschaftsbehandlung und die schmalen, gelängten Figuren. Viele Tafeln wurden im 19. Jahrhundert zersägt, übermalt oder parkettiert; Rückseite, Randleisten und Spuren alter Scharniere verraten, ob eine Tafel einst Teil eines Flügelaltars war.

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