Venezianische Veduten
Ansichten von Canal Grande, Markusplatz und Lagune aus dem 18. Jahrhundert und ihrer Nachfolge.
Die Vedute, die topografisch genaue Stadtansicht, wurde im Venedig des 18. Jahrhunderts zum begehrten Andenken der Grand Tour. Canaletto malte Canal Grande, Markusplatz und Festtage für englische Auftraggeber, sein Neffe Bernardo Bellotto übertrug die Methode nach Dresden, Wien und Warschau. Francesco Guardi löste die Architektur in flirrende Pinselstriche auf und erfand Capricci mit Ruinen an der Lagune. Werkstätten und Nachahmer lieferten bis ins 19. Jahrhundert Bilder nach denselben Vorlagen, oft als Paar mit Blick und Gegenblick.
Aussagekräftig sind Präzision der Architektur, Lichtführung und Staffage: Bei Canaletto und Bellotto sind Fensterreihen und Gesimse oft mit Lineal und Zirkel vorgeritzt, die Figuren mit wenigen Strichen gesetzt. Nachfolgebilder des 19. Jahrhunderts zeigen eine gleichmäßigere, glattere Malweise. Wichtig sind außerdem das Motiv, ein mögliches Gegenstück und die Erhaltung des Himmels, der großflächig retuschiert sein kann. Kleinformate auf Kupfer oder Leinwand aus dem 18. Jahrhundert finden mehr Käufer als dekorative Großformate des späten 19. Jahrhunderts.
Woran man es erkennt
- Vorgeritzte Architekturlinien
- Staffagefiguren mit wenigen Strichen
- Bildpaare mit Gegenblick
- Retuschen im Himmel
- Nachfolgebilder des 19. Jahrhunderts
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