Römische Ruinenbilder und Capricci
Ansichten antiker Bauten und erfundene Architekturlandschaften für Reisende der Grand Tour.
In Rom malte Giovanni Paolo Panini Innenansichten des Pantheon und von Sankt Peter sowie Capricci, in denen er Kolosseum, Konstantinsbogen und antike Statuen frei zusammenstellte. Giovanni Battista Piranesi verbreitete mit seinen Radierungen ein Bild des antiken Rom, das Maler und Kopisten als Vorlage nutzten. Pompeo Batoni porträtierte dieselben Reisenden vor antiken Kulissen. Ruinenbilder hingen als Erinnerung an die Italienreise in den Stadtpalais des Adels, oft paarweise oder als Supraporte über den Türen.
Die Bewertung richtet sich nach Malqualität, Größe und Erkennbarkeit der Bauten. Bilder aus Paninis Umkreis sind zahlreich und werden nach Ausführung der Figuren und Lichtführung unterschieden. Leinwände römischer Herkunft wurden im 19. Jahrhundert häufig doubliert. Ein Capriccio mit benennbaren Monumenten findet mehr Interesse als eine nicht zuordenbare Ruinenlandschaft. Etiketten englischer Händler und Sammlungen auf dem Keilrahmen sind bei Grand-Tour-Bildern häufig und gehören zur Provenienz. Großformate aus Palais wurden oft auf neue Keilrahmen gespannt, wobei die originalen Spannränder verloren gingen.
Woran man es erkennt
- Erkennbare antike Bauten
- Staffage aus Reisenden und Hirten
- Paarhängung als Supraporte
- Doublierte römische Leinwände
Künstler & Entwerfer
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