Ölskizzen und Bozzetti des Barock
Farbentwürfe österreichischer Barockmaler für Fresken und Altarbilder, oft lebendiger als das ausgeführte Werk.
Vor der Ausführung eines Deckenfreskos oder Altarblatts legten Maler dem Auftraggeber eine Ölskizze vor, den Bozzetto oder das Modello. Paul Troger, Daniel Gran, Franz Anton Maulbertsch, Bartolomeo Altomonte und Martin Johann Schmidt hinterließen zahlreiche solcher Entwürfe, meist auf kleinen Leinwänden mit rascher, pastoser Pinselführung. Troger leitete ab 1754 die Wiener Akademie, Maulbertsch malte Fresken in Kirchen und Schlössern von Ungarn bis Mähren. Sammler schätzten die Skizzen schon im 18. Jahrhundert, weil sie die Handschrift des Meisters ungefiltert zeigen.
Besonders gesucht sind Skizzen, die sich einem ausgeführten Fresko oder Altarbild zuordnen lassen. Auch Repliken, die Maler nach erfolgreichen Kompositionen für Sammler wiederholten, haben Bedeutung. Die dünne Leinwand ist oft doubliert, die pastosen Höhungen sind druckempfindlich. Schülerarbeiten nach Troger und Maulbertsch sind häufig und wirken in der Pinselführung zögerlicher und flacher. Rückseitige Beschriftungen mit Kirchennamen oder Stiftsinventarnummern geben Hinweise auf den Auftrag. Eine Skizze im originalen, schlichten Leistenrahmen spricht für eine ungestörte Überlieferung.
Woran man es erkennt
- Zuordnung zu einem ausgeführten Werk
- Pastose Lichthöhungen
- Kleinformatige, oft doublierte Leinwand
- Schülerarbeiten und Repliken
- Herkunft aus Stiftssammlungen prüfen
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