Material: Malerei & Grafik
Öl auf Holz
Ölmalerei auf Holztafeln, bis ins 16. Jahrhundert vorherrschend und im Biedermeier für kleine Formate erneut beliebt.
Vor der Verbreitung der Leinwand malten Künstler auf Holztafeln. Altniederländische Maler verwendeten Eichenholz, süddeutsche und italienische Maler Linde und Pappel. Die Donauschule um Albrecht Altdorfer schuf Landschaften und Altarbilder auf Holz. Im 17. Jahrhundert blieb die Holztafel für Kabinettbilder in Gebrauch. Im Biedermeier malten Ferdinand Georg Waldmüller und andere Wiener Maler kleinformatige Bilder auf Holz, das eine glatte, feine Malweise erlaubt. Auch Ikonen sind auf Holztafeln gemalt, allerdings meist in Tempera.
Holztafeln zeigen auf der Rückseite die Holzstruktur, oft mit Werkzeugspuren, Abschrägungen an den Rändern und Stempeln. Sprünge verlaufen entlang der Faser. Eine Parkettierung, ein Gitter aus aufgeleimten Leisten, deutet auf eine frühere Stabilisierung. Holz arbeitet und kann sich wölben. Bei Eichentafeln erlaubt die Dendrochronologie eine Datierung des Holzes. Die Malschicht ist oft sehr glatt, mit feinen, gleichmäßigen Krakelüren. Wurmlöcher auf der Rückseite sind häufig.
Tafelbilder alter Meister sind selten und erfordern eine fachkundige Prüfung. Biedermeierbilder auf Holz werden nach Künstler, Motiv und Zustand bewertet. Gewölbte Tafeln, Risse und Abplatzungen mindern den Wert. Spätere Kopien auf altem Holz kommen vor; die Dendrochronologie liefert nur das früheste mögliche Entstehungsjahr, nicht das tatsächliche.
So prüfen Sie es
- Holzstruktur auf der Rückseite
- Sprünge entlang der Faser
- Parkettierung bei stabilisierten Tafeln
- Wölbung der Tafel
- glatte Malschicht mit feinen Krakelüren
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