Künstler: Genre & Tiermalerei
Johann Georg de Hamilton
Tiermaler, Hofmaler, 1672–1737, Brüssel – Wien
Wiener Hofmaler für Pferdebildnisse, der Hengste der kaiserlichen Gestüte Karls VI. porträtierte.
Johann Georg de Hamilton entstammte einer schottischen Malerfamilie, die über Brüssel nach Mitteleuropa kam; sein Vater James Hamilton war Stilllebenmaler. Johann Georg arbeitete für den preußischen Hof in Berlin und später in Wien, wo er kaiserlicher Kammermaler wurde. Sein Bruder Philipp Ferdinand de Hamilton malte ebenfalls Tiere. Johann Georg starb 1737 in Wien. Die Familie stellte über zwei Generationen Maler für mehrere europäische Höfe.
Hamiltons bekannteste Werke sind Bildnisse von Pferden aus den kaiserlichen Gestüten in Lipizza und Kladrub, oft in Seitenansicht vor Landschaftshintergrund, mit Angabe von Namen und Rasse. Daneben malte er Jagdbeutestücke, Hunde, Reitschulszenen und Falknerei. Die Tiere sind anatomisch genau, das Fell in feinen Strichlagen gemalt, die Landschaften zurückhaltend. Viele Pferdebilder tragen Inschriften mit dem Namen des Tieres und seiner Zucht, was sie zu Dokumenten der Gestütsgeschichte macht.
Pferdebildnisse des Wiener Hofes sind in mehreren Fassungen und Kopien erhalten; Werke von Johann Georg und Philipp Ferdinand werden oft nur als „Hamilton“ bezeichnet. Signaturen wie „J. G. de Hamilton“ und Datierungen helfen. Im Handel kommen Jagdstillleben und Tierstücke mit dieser Zuschreibung vor; die Unterscheidung der Brüder beruht auf Motivwahl und Malweise.
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