Wiener Bronzen im 2. Bezirk, 1020 Wien
Wiener Bronzen in der Leopoldstadt: Prater, Krieau und Taborstraße
Rennpferde aus dem Umfeld der Krieau, Japonismus seit der Weltausstellung 1873, Hausrat aus Zinshäusern der Praterstraße: Leopoldstädter Bestände haben ihre eigene Mischung.
Zinshäuser der Gründerzeit an Praterstraße, Taborstraße und Untere Augartenstraße beherbergen Mieter, die oft seit Jahrzehnten an derselben Adresse leben. In solchen Haushalten liegen kaltbemalte Hunde, Katzen und Vogelgruppen neben Kredenzen der 1950er-Jahre, Rauchgarnituren in Koffern auf dem Dachboden. Im Karmeliterviertel und im Volkertviertel kommen Nachlässe kleiner Händler hinzu, denn rund um Karmelitermarkt und Taborstraße bestanden vor 1938 zahlreiche Trödler- und Möbelgeschäfte. In den nach 2010 bezogenen Wohnungen des Nordbahnviertels sind Wiener Bronzen seltener.
Die Weltausstellung 1873 im Prater zeigte einen japanischen Pavillon; der Japonismus, der danach in Wien Fuß fasste, ist der Hintergrund vieler Käfer, Fliegen und Kleintiere aus Bronze. Mit Trabrennbahn Krieau und Galopprennbahn Freudenau liegt der Pferdesport im Bezirk, und Rennpferd- und Reiterbronzen gehören in dasselbe Sammelfeld wie Pokale, Programme und Plaketten der Rennbahnen. Carl Auböck III, Architekt aus der Familie der Neubauer Bronze- und Messingwerkstatt, plante 1959–1962 die Wohnhausanlage in der Vorgartenstraße.
Altmieterwohnungen mit Kellerabteil und Dachbodenanteil brauchen Zeit: Wir sehen gemeinsam mit Ihnen auch Koffer und Kisten durch, in denen kleine Bronzen eingewickelt liegen. Fotos von vorn und von unten, dazu die Höhe in Zentimetern, reichen für einen ersten Blick. Gehörte ein Haushalt vor 1938 einer jüdischen Familie, recherchieren wir die Herkunft der Stücke, bevor ein Angebot entsteht. Sammlermessen in der Messe Wien zeigen, wie breit das Angebot an jüngeren Nachgüssen ist – ein Grund, Guss, Gewicht und Bemalung genau anzusehen.
Was in Leopoldstadt häufig auftaucht
- Rennpferde, Jockeys und Reiterbronzen – Pferdesport in Krieau und Freudenau
- Käfer, Fliegen und Kleintiere in japonisierender Auffassung – Nachwirkung der Weltausstellung 1873
- Kaltbemalte Hunde- und Katzenfiguren – Altmieterhaushalte an Praterstraße und Taborstraße
Mit Bezug zu Leopoldstadt
Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 2. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.
Objektgruppen
- Kaltbemalte Vogelfiguren
- Hunde- und Katzenfiguren
- Wildtiere und Jagdtiere
- Insekten und Käfer
- Orientalische Bronzefiguren
- Teppichhändler und Basarszenen
- Westernfiguren
- Miniaturbronzen
- Humoristische Tierfiguren
- Erotische Klappfiguren
- Tintenzeuge und Schreibtischbronzen
- Zündholzhalter und Aschenschalen
- Tischglocken in Figurenform
- Wiener Bronzelampen
- Ablageschalen mit Figuren
- Pferde- und Reiterbronzen
- Tänzerinnen und Damenfiguren
- Figuren mit Bein- und Elfenbeinteilen
- Jugendstil-Bronzen
- Feuervergoldete Empire-Bronzen
- Verkleinerte Denkmalbronzen
- Stilisierte Messingfiguren
Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien
Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 2. Bezirk.
Künstler
22
- Franz Bergman1861–1936
- Carl Kauba1865–1922
- Peter Tereszczuk1875–1963
- Gustav Gurschner1873–1970
- Bruno Zach1891–1945
- Josef Lorenzl1892–1950
- Ferdinand Preiss1882–1943
- Demétre Chiparus1886–1947
- Carl Hagenauer1872–1928
- Karl Hagenauer1898–1956
- Franz Hagenauer1906–1986
- Carl Auböck1900–1957 (Carl Auböck II), 1924–1993 (Carl Auböck III)
- Franz Barwig1868–1931
- Stefan Dakon1904–1997
- Johann Baptist Hagenauer1732–1810
- Franz Anton Zauner1746–1822
- Anton Dominik Fernkorn1813–1878
- Viktor Tilgner1844–1896
- Caspar von Zumbusch1830–1915
- Edmund Hellmer1850–1935
- Arthur Strasser1854–1927
- Josef Müllner1879–1968
Manufakturen & Marken
6
- Werkstätte Franz Bergmanzweite Hälfte 19. Jahrhundert bis 1930er-Jahre
- Werkstatt Carl Kaubaum 1890 bis 1920er-Jahre
- Wiener Bronzewaren-Herstellerum 1860 bis 1930er-Jahre
- Werkstätte Hagenauer1898–1987
- Werkstätte Carl Auböckseit 1912
- Argentor-Werkeum 1900 bis Zwischenkriegszeit
Epochen & Stile
10
- Empireum 1804–1830
- Wiener Empireum 1804–1820
- Biedermeier1815–1848
- Historismusum 1840–1914
- Naturalismusum 1870–1900
- Orientalismusum 1830–1914
- Japonismusum 1860–1920
- Jugendstilum 1895–1914
- Floraler Jugendstilum 1895–1905
- Art découm 1920–1940
Materialien, Techniken & Punzen
10
Fragen zu Wiener Bronzen
Soll ich die Figur reinigen oder nachmalen lassen?
Nein. Abrieb der originalen Bemalung mindert weniger als eine Übermalung. Staub lässt sich vorsichtig mit einem weichen Pinsel entfernen, Wasser und Reinigungsmittel lösen die Kaltbemalung.
Was bedeutet die Signatur „Namgreb“?
„Namgreb“ ist die rückwärts gelesene Form von Bergman. Die Werkstatt verwendete sie vor allem für erotische Klappfiguren, bei denen sich ein Mantel oder Gehäuse öffnen lässt.
Kaufen Sie auch beschädigte Wiener Bronzen?
Ja, sofern Motiv und Ausführung stimmen. Abgebrochene Teile sollten aufbewahrt werden, da sie fachgerecht wieder befestigt werden können. Fehlende Teile mindern je nach Motiv unterschiedlich stark.
Ich habe eine ganze Vitrine voller kleiner Tiere – lohnt sich eine Besichtigung?
Ja. Sammlungen enthalten oft seltene Miniaturen und Gruppen, die einzeln kaum auffallen. Bei der Besichtigung wird jedes Stück geprüft, das Angebot kann die Sammlung oder einzelne Figuren umfassen.
Wiener Bronzen in den Nachbarbezirken
Weitere Sparten in Leopoldstadt
- Alte Meister
- Gemälde des 19. Jahrhunderts
- Klassische Moderne
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- Gemälde & Ölbilder
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- Schreibgeräte, Feuerzeuge & Raucherbedarf
- Vintage-Mode, Handtaschen & Accessoires
- Klassische Fahrzeuge
- Altwaren & Hausrat mit Sammlerwert
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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