Klassizismus im 1. Bezirk, 1010 Wien
Klassizismus in der Inneren Stadt: Theseustempel und Burgtor
Theseustempel und Äußeres Burgtor von Peter Nobile, Kornhäusels Stadttempel in der Seitenstettengasse und Canovas Grabmal in der Augustinerkirche zeigen den Wiener Klassizismus.
Peter Nobile baute im Volksgarten den Theseustempel nach dem Vorbild des Hephaisteions in Athen und das Äußere Burgtor zum Heldenplatz. Joseph Kornhäusel errichtete in der Seitenstettengasse den Stadttempel, dessen Hauptraum hinter einer Häuserfront liegt, weil Synagogen damals nicht frei an der Straße stehen durften. In der Augustinerkirche steht Antonio Canovas Grabmal für Erzherzogin Marie Christine. Als Akademiedirektor prägte Heinrich Friedrich Füger die Wiener Malerei der Epoche, der Wiener Kongress 1814/15 gab ihr die politische Bühne.
Klassizistische Objekte zeigen Säulen, Mäander, Palmetten und Urnenformen: Mahagoni- und Kirschmöbel, Silber mit glatten Wandungen und Perlstab, Porzellan der Wiener Manufaktur mit Goldrändern und antikisierender Malerei, Bildnisse in der Art Fügers, Kupferstiche nach antiken Vorlagen. Aus Altstadtwohnungen kommen solche Stücke oft als Teil von Salons, die in der Familie blieben. Wiener Silber dieser Jahrzehnte lässt sich über Beschauzeichen mit Jahreszahl datieren. Nachempfindungen des Historismus erkennen wir an Konstruktion und Oberflächen.
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