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Fotografie im 20. Bezirk, 1200 Wien

Fotografie in der Brigittenau: Handelskai, Gemeindebau, Aktionismus

Hafenbilder vom Handelskai, Fotos aus Winarskyhof und Friedrich-Engels-Platz-Hof und ein Atelier in der Perinetgasse prägen die Brigittenauer Bildgeschichte.

Rund um den Hannovermarkt und den Wallensteinplatz überwiegen kleine Altbauwohnungen, in den großen Gemeindebauten sind viele Familien seit Jahrzehnten Mieter: Die Brigittenau bewahrt Alltagsfotografie in dichter Folge. Wer hier lebte, arbeitete oft am Handelskai, in Speditionen oder bei der Bahn, und die Alben zeigen Kräne, Donauschiffe und Kollegen vor Speichern. Kellerabteile im Friedrich-Engels-Platz-Hof oder im Winarskyhof enthalten oft Diakästen und Kameras, die sanierten Gründerzeithäuser Kartons mit Abzügen aus den 1930er- bis 1970er-Jahren.

1962 fand in Otto Muehls Atelier in der Perinetgasse die Aktion „Die Blutorgel“ statt, ein früher Schritt des Wiener Aktionismus, von dem vor allem Fotos zeugen. Winarskyhof und Otto-Haas-Hof (1924–1926) mit Bauteilen von Behrens, Hoffmann, Loos und Schütte-Lihotzky sowie Rudolf Percos Friedrich-Engels-Platz-Hof erscheinen auf Fotos und Ansichtskarten der Zwischenkriegszeit. Der Zitherspieler Anton Karas stammte aus der Brigittenau, wo er 1906 zur Welt kam; 1949 machte ihn die Musik zu „Der dritte Mann“ weltberühmt; Standfotos und signierte Bilder können in Nachlässen auftauchen.

Bei Aufnahmen aus dem Umfeld des Aktionismus klären wir, wer fotografiert hat und wann der Abzug entstanden ist, denn Vintage-Prints und spätere Abzüge unterscheiden sich stark. Das Kellerabteil im Gemeindebau schauen wir beim Termin mit Ihnen an. Für Termine am Handelskai und an der Brigittenauer Lände klären wir Parkmöglichkeit und Zugang vorab. Fotos von Albumseiten und Stempeln helfen bei der Ersteinschätzung.

Was in Brigittenau häufig auftaucht

  • Hafen- und Schifffahrtsfotos – Handelskai, Lagerhäuser und Donauhäfen
  • Fotografien aus dem Roten Wien – Winarskyhof, Otto-Haas-Hof und Friedrich-Engels-Platz-Hof
  • Aktionsfotografie – „Die Blutorgel“ 1962 in Otto Muehls Atelier in der Perinetgasse; Herkunft der Abzüge wird geprüft
  • Film- und Starfotos zu „Der dritte Mann“ – Anton Karas, geboren 1906 im Bezirk

Mit Bezug zu Brigittenau

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 20. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 20. Bezirk.

Künstler

70

Manufakturen & Marken

11

Epochen & Stile

16

Materialien, Techniken & Punzen

17

Fragen zu Fotografie

Kann ich ein Fotoalbum zerlegen, um einzelne Bilder zu verkaufen?

Bitte nicht. Ein vollständiges Album mit originaler Reihenfolge und Beschriftung ist in der Regel mehr wert als die Summe seiner Bilder. Lose Seiten und Fehlstellen werden bei der Bewertung dokumentiert.

Was ist ein Vintage-Print?

Ein Vintage-Print ist ein Abzug, den der Fotograf oder sein Atelier zeitnah zur Aufnahme angefertigt hat. Er wird höher bewertet als spätere Abzüge vom selben Negativ, weil er dem ursprünglichen Bild am nächsten steht.

Sind alte Familienfotos etwas wert?

Meist nur im Zusammenhang, etwa wenn ein Album Orte, Ereignisse oder bekannte Ateliers dokumentiert. Frühe Techniken wie Daguerreotypien und Ambrotypien sind auch mit unbekannten Personen gesucht. Fotos der Rückseiten mit Atelieraufdrucken helfen bei der Einschätzung.

Wie lagere ich Daguerreotypien bis zur Besichtigung?

Lassen Sie sie im Etui, öffnen Sie das Deckglas nicht und reinigen Sie die Platte nicht, da die Oberfläche bei Berührung zerstört wird. Bewahren Sie sie trocken und lichtgeschützt auf.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.