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Antiquitäten Wien

Glas & Kristall im 20. Bezirk, 1200 Wien

Glas in der Brigittenau: Pressglas, Kristall und Werkstattspuren

Winarskyhof und Otto-Haas-Hof planten Hoffmann, Loos und Strnad, Leopold Forstner arbeitete in der Pappenheimgasse: In der Brigittenau trifft Alltagsglas auf große Entwerfernamen.

Gemeindebauten aus mehreren Jahrzehnten und Gründerzeithäuser um Wallensteinplatz und Hannovermarkt bilden den Bestand; viele Wohnungen bewohnen seit Jahrzehnten dieselben Familien. In ihren Küchen und Kredenzen stehen Pressglas, Gläsersätze mit Goldrand, Bleikristall und Kompottschalen der Nachkriegszeit, im Kellerabteil Einsiedegläser und Haushaltsgeräte mehrerer Jahrzehnte. Altmieterwohnungen mit Kachelöfen und Küchenkästen aus der Erstausstattung bewahren mitunter ältere Stücke: geschliffene Becher, Karaffen, Andenkengläser aus Kurorten der Monarchie.

Am Winarskyhof und am Otto-Haas-Hof (1924–1926) arbeiteten Josef Hoffmann, Adolf Loos, Oskar Strnad und andere Architekten der Wiener Moderne nebeneinander; Strnad lehrte zugleich an der Kunstgewerbeschule, an der viele Glasentwerfer ausgebildet wurden. Leopold Forstner, der Glasfenster und Mosaiken für Steinhof und den Zentralfriedhof schuf, betrieb später seine Werkstatt in der Pappenheimgasse 39. Die Gründerzeithäuser des Bezirks tragen vielfach Stuckfassaden mit Jugendstildekor, Hausnamen und Werkstatttrakte in den Höfen.

Gläser mit Goldrand verlieren in der Spülmaschine ihren Rand, Pressglas wird blind – beides mindert den Wert, macht ein Stück aber nicht wertlos. Stellen Sie für Fotos je ein Glas jeder Sorte vor eine helle Wand. Die Besichtigung ist kostenlos; in großen Hofanlagen wie dem Friedrich-Engels-Platz-Hof sehen wir Wohnung und Kellerabteil in einem Termin an. Danach erhalten Sie ein Angebot, die Abholung erfolgt auf Wunsch.

Was in Brigittenau häufig auftaucht

  • Pressglas und Gläsersätze mit Goldrand – Küchen der Gemeindebau- und Altbauwohnungen
  • Bleikristall und Kompottschalen – Erstausstattung der Nachkriegszeit in den Hofanlagen
  • Geschliffene Becher und Karaffen – Altmieterwohnungen um Wallensteinplatz und Hannovermarkt

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 20. Bezirk.

Künstler

28

Manufakturen & Marken

45

Epochen & Stile

30

Materialien, Techniken & Punzen

28

Fragen zu Glas & Kristall

Woran erkenne ich Bleikristall?

Bleikristall ist schwer, klar und bricht das Licht stark, beim Anschlagen klingt es lange nach. Nach der Richtlinie 69/493/EWG muss Bleikristall mindestens 24 Prozent Bleioxid enthalten, Hochbleikristall mindestens 30 Prozent. Unter UV-Licht zeigt es meist einen bläulichen Schimmer.

Ist altes Bleikristall noch gefragt?

Einfaches Bleikristall der Nachkriegszeit ist sehr häufig und wird nach Menge, Schliff und Zustand bewertet. Gesucht sind Stücke bekannter Hersteller, aufwendige Handschliffe und farbiges Überfangglas. Große Bestände werden gemeinsam angesehen.

Wie erkenne ich ein Lobmeyr-Glas?

Viele Lobmeyr-Gläser tragen am Boden eine kleine geätzte Marke. Ältere Gläser und Lusterbehang sind oft ungemarkt und werden nach Form, Glasmasse und Schliff zugeordnet. Das dünne Musselinglas ist für Lobmeyr typisch.

Meine Loetz-Vase ist nicht signiert – ist sie trotzdem echt?

Die meisten Loetz-Vasen sind unsigniert, signiert wurden vor allem Stücke für den Export. Form, Dekor und Irisierung lassen sich mit Musterbüchern vergleichen. Eine Signatur allein beweist dagegen wenig, da Fälschungen häufig signiert sind.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.