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Jugendstil & Wiener Werkstätte im 5. Bezirk, 1050 Wien

Jugendstil in Margareten: Rüdigerhof, Heinehof und Zinshaus-Hausrat

Oskar Marmoreks Rüdigerhof über dem Wienfluss und Otto Prutschers Heinehof stehen für zwei Phasen der Wiener Moderne. In den Wohnungen dazwischen überwiegt Jugendstil in Serie.

Zwischen Reinprechtsdorfer Straße, Siebenbrunnenplatz und Margaretengürtel füllten Zinshäuser mit vier oder fünf Geschoßen in der Gründerzeit fast jede Parzelle. Viele davon entstanden um 1900 und tragen im Stiegenhaus noch Fliesen, Geländer und Lampen dieser Zeit. Die Haushalte waren klein, oft Zimmer-Küche mit Gangtoilette; Jugendstil kam hier als Serienware an: Zinnschalen, versilberte Brotkörbe, Wandteller, Glückwunschkarten. Mieter mit jahrzehntelanger Wohndauer haben solche Stücke oft neben Kredenzen der 1950er-Jahre aufbewahrt, ohne sie zu benützen.

Oskar Marmorek errichtete 1902 den Rüdigerhof an der Hamburgerstraße mit Balkonen, Erkern und Dachaufbauten über dem Wienfluss, der den Jugendstil im Bezirk vertritt. Zwei Jahrzehnte später entwarf Otto Prutscher, der als Gestalter von Gläsern, Silber und Möbeln bekannt wurde, den Heinehof in der Stöbergasse (1925). Am Gürtel baute Hubert Gessner, ein Schüler Otto Wagners, den Reumannhof (1924–1926), und Peter Behrens den Franz-Domes-Hof. Die Gemeindebauten zeigen, wie die Formensprache der Moderne in den Wohnbau des Roten Wien überging.

Dachbodenausbauten verändern den Bezirk: Bevor ein Abteil geräumt wird, lohnt ein Blick in Koffer und Schachteln, denn versilbertes Metall und Postkarten liegen oft zuunterst. Schicken Sie uns zunächst Fotos der Marken auf der Unterseite, etwa WMF oder Kayserzinn, dann wissen Sie, ob sich eine Besichtigung lohnt. In den Gemeindebauten am Margaretengürtel sichten wir Kellerabteile gemeinsam mit Ihnen, im Reumannhof ebenso wie im Metzleinstaler Hof.

Was in Margareten häufig auftaucht

  • Zinn und versilbertes Metall in Jugendstilformen – Serienware aus Haushalten der Gründerzeithäuser
  • Künstler- und Glückwunschpostkarten 1898–1918 – Korrespondenz in Familien mit langer Wohndauer
  • Fliesen, Türbeschläge und Lampen aus Stiegenhäusern – Sanierungen und Dachbodenausbauten der Zinshäuser

Mit Bezug zu Margareten

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 5. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 5. Bezirk.

Künstler

64

Manufakturen & Marken

52

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

26

Fragen zu Jugendstil & Wiener Werkstätte

Welche Postkarten der Wiener Werkstätte sind gesucht?

Gesucht sind Karten bekannter Künstler wie Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Rudolf Kalvach oder Moriz Jung, ungelaufene Karten in gutem Zustand und seltene Nummern. Die Nummer auf der Rückseite erlaubt die Bestimmung von Serie und Entwerfer.

Sind Möbel nach Hoffmann von Wittmann auch interessant?

Wittmann fertigt seit den 1970er-Jahren Möbel nach Entwürfen Josef Hoffmanns in Lizenz. Sie sind Neuauflagen und werden anders bewertet als Möbel der Entstehungszeit von Kohn, Thonet oder Wiener Tischlern.

Soll ich angelaufenes Silber polieren?

Bitte nicht. Der originale Hammerschlag und die Oberfläche gehören zum Wert, Politur kann Details und Marken abtragen. Eine fachgerechte Reinigung ist nach dem Ankauf möglich.

Kaufen Sie auch Arbeiten von Schülerinnen der Kunstgewerbeschule?

Ja. Keramik, Stoffe, Emailarbeiten und Zeichnungen aus den Klassen von Hoffmann, Powolny oder Cizek sind gesucht, besonders mit Signatur oder Klassenvermerk.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.