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Jugendstil & Wiener Werkstätte im 11. Bezirk, 1110 Wien

Jugendstil in Simmering: Grabkultur, Mosaik und Bronze

Max Hegeles Friedhofskirche mit Forstners Fenstern und Mosaiken ist der Bezugspunkt. Rund um den Zentralfriedhof arbeiteten Steinmetze und Bildhauer mit Jugendstilmodellen.

Längs der Hauptstraße wechseln in Simmering Dorfhäuser mit Hoftrakten, Gründerzeitbauten und Gemeindebauten; Richtung Osten und Süden folgen Gärtnereien und Einfamilienhäuser. Viele Familien sind über Generationen im Bezirk verwurzelt, oft mit Bezug zu Bahn, Industrie oder Friedhof. Steinmetze, Bildhauer und Bestattungsbetriebe siedelten sich rund um den Zentralfriedhof an; aus ihren Werkstätten stammen Gipsmodelle, Kleinbronzen und Grablaternen in Jugendstilformen. Dazu kommen Trauerschmuck und Andachtsgegenstände, die um 1910 dem Formgefühl der Secession folgten.

Von Max Hegele stammen das Hauptportal (1905) und die Karl-Borromäus-Kirche, ein Kuppelbau des späten Jugendstils mitten im Zentralfriedhof. Leopold Forstner führte 1911 Fenster und Mosaiken der Kirche aus – dieselbe Werkstatt, die für die Kirche am Steinhof und die Postsparkasse arbeitete. Clemens Holzmeister baute 1921/22 gegenüber die Feuerhalle Simmering in expressionistischen Formen. In den Alten Arkaden und an zahlreichen Grabmälern lassen sich Bronzen und Mosaike aus der Zeit um 1900 mit Objekten aus Privatbesitz vergleichen.

Bei Nachlässen von Steinmetzen oder Bildhauern beim Zentralfriedhof sehen wir Werkstatt, Lager und Wohnung gemeinsam an; Gipsmodelle brechen leicht und werden einzeln verpackt. Ein Einfamilienhaus auf der Simmeringer Haide oder in Kaiserebersdorf bedeutet meist den gesamten Hausrat mit Dachboden und Keller – sagen Sie uns, was in der Familie bleiben soll. Fotos von Signaturen und Gießerstempeln auf Bronzen helfen bei der ersten Einschätzung.

Was in Simmering häufig auftaucht

  • Kleinbronzen und Gipsmodelle in Jugendstilformen – Steinmetz- und Bildhauerbetriebe beim Zentralfriedhof
  • Grablaternen, Kreuze und Trauerschmuck um 1910 – Friedhofs- und Bestattungskultur des Bezirks
  • Glasmosaik und Bleiglas – Umfeld der Friedhofskirche mit Arbeiten Leopold Forstners

Mit Bezug zu Simmering

Künstler, Werkstätten und Stile dieser Sparte, die im 11. Bezirk gelebt, gearbeitet oder gebaut haben.

Alle Künstler, Marken, Epochen und Materialien

Gold markiert: mit belegtem Bezug zum 11. Bezirk.

Künstler

64

Manufakturen & Marken

52

Epochen & Stile

11

Materialien, Techniken & Punzen

26

Fragen zu Jugendstil & Wiener Werkstätte

Soll ich angelaufenes Silber polieren?

Bitte nicht. Der originale Hammerschlag und die Oberfläche gehören zum Wert, Politur kann Details und Marken abtragen. Eine fachgerechte Reinigung ist nach dem Ankauf möglich.

Kaufen Sie auch Arbeiten von Schülerinnen der Kunstgewerbeschule?

Ja. Keramik, Stoffe, Emailarbeiten und Zeichnungen aus den Klassen von Hoffmann, Powolny oder Cizek sind gesucht, besonders mit Signatur oder Klassenvermerk.

Ich habe eine komplette Jugendstileinrichtung – wie gehen Sie vor?

Zuerst werden Fotos der Möbel, Marken und Beschläge gesichtet, danach folgt eine Besichtigung vor Ort. Einrichtungen werden möglichst geschlossen bewertet, weil die Zusammengehörigkeit den Wert stützt. Die Abholung wird gemeinsam geplant.

Mein Objekt hat eine WW-Marke – ist es damit echt?

Nicht zwingend. Marken der Wiener Werkstätte wurden häufig gefälscht und nachträglich eingeschlagen. Entscheidend sind Material, Verarbeitung, Proportionen und der Vergleich mit dokumentierten Modellen im Archiv.

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.